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Siehst du die Nacht?

Gedicht von Marie Itzerott

siehst du die Nacht dort durch die Tannen schleichen?
Nun glühe schöner, goldnes Himmelsthor,
Stimm an dein süß‘tes Lied, du Vogelchor,
Ihr Felsen schimmert in das Blau empor,
Eh' über euch die feuchten Schatten streichen.

Siehst du die Nacht dort durch die Tannen schleichen?
Nun leuchte wärmer, goldne Tageshelle,
Zieh' bunte Kreise, lichte Sonnenwelle,
Und tanz' im Moos und in des Bach's Gefälle,
Eh' deine Zauberstrahlen still erbleichen.

Siehst du die Nacht dort durch die Tannen schleichen?
Nun schau' noch einmal du mich liebend an,
Eh' sie dich zieht aus meiner Augen Bann,
Und eh' ich fühle, daß ein Traum zerrann,
Ein Märchentraum aus fernen Wunderreichen!

Marie Itzerott
Aus der Sammlung Der Liebe Lust und Leid

  
  

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