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Auf einer Insel landete ich...

Gedicht von Georg Heym

Auf einer Insel landete ich an,
Die noch der Sommer in des Herbstes Reichen
Als letzte Burg bewahrte. Dort gewann
Mein Herz, was in des Frühlings weichen
Und schwärmerischen Nächten sich's erträumt.

Dort fand es Liebe. Und der Buchenwald,
Der herbstlich goldne, war der Liebe Haus
Für schöne Tage. Doch es spürte bald
Der Sieger Herbst die letzte Zuflucht aus,
Wo der besiegte Sommer noch gesäumt.

Es floh der Sommer. Und mit rauher Hand
Brach der Erobrer Herbst mit lautem Sturm
Des Sommers letzte Burg. Es fraß der Brand
Den Wald, und es zerbarst der Buche Turm,
Der Liebe Wohnung sonst und starke Wehr.

Es starb die Liebe. Wieder naht das Boot,
Das in die Stürme und in dunkle Flut
Mich wieder trägt. In letztem Abendrot
Steht unsre Insel. Bald erlischt die Glut
Und einsam bin ich auf des Lebens Meer.

Georg Heym
Aus der Sammlung Frühwerk

  
  


Georg Heym   

Georg Heym


   


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