An mein Herz...An mein Herz! Auf daß es ruhig werde.
Daß es lerne, wieder ruhig schlagen.
Ruhlos ward's, ein Schiff, das Stürme jagen,
Nacht und Tag umwandert es die Erde.
Durch die Straßen werde ich getrieben,
Von der Leidenschaften Mörderkräften
Aufgejagt, es kreist in meinen Säften
Wie ein Gift, dich bitterlich zu lieben.
Ein Ahasver, der dem Tod nachrennet
Wie ein Pfeil, such ich nach deinem Kleide.
Ach, wo bist du, Herz ! Wo ist die Weide
Meiner Labsal, eh mein Geist verbrennet.
An mein Herz ! Ich kann an nichts mehr denken,
Als an dich, daß ich dich bald umarme,
Wie ein Blitz, der aus dem Wolkenschwarme
Blendend fällt, ins Meer sich zu versenken. Georg Heym
Aus der Sammlung Frühwerk |