An einem AbendDer Freund saß am Klavier.
Und Schatten glitten ins Gemach
In mattem Dämmerdunkel.
Auf seinem Haare glühte noch
Der Tag nach
In rötlichem Gefunkel
Ein Heiligenschein.
Da schlug er an, in sich versunken,
Und wurde vor mir groß und rein.
Ein Tönen klang ins Dunkel trunken.
Da losch der Schein.
Ein Ton zerbrach,
Die Nacht schlich gierig ins Gemach,
Er weinte leise vor sich hin.
Unsichtbar im Geäst der Linde
Ein Käuzchen krächzte,
Mir klang es matt im Ohre nach,
Als wenn ein Toter meiner dachte,
Der ruhlos in der Grube ächzte. Georg Heym
Aus der Sammlung Frühwerk |