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An Helios

Wir müssen leiden,
Vater Helios,
Daß wir dich lieben.
Und dennoch freuen wir uns
Der Stunde, die du noch wandelst,
Im heiligen Äther.

Dankbar hebt dir der Knabe
Die schlankeren Arme,
Wenn du im Birkenhain
Auf der Liebsten Gelock
Himmlische Lichter malst.

Nur wenn am Abend
Rötlich Gewölk
Den Himmel noch streifet,
Die Geliebte mir traurig
Die Hand entzog,
Und von kühleren Winden
Treibt der Nachen den Strom hinab,
Steigt ins Auge die Träne mir.

Siehe es dunkelt schon
Finstere Nacht um mich her,
Bleibe bei mir,
Schöner, tröstender Gott!
Warum senkst du dich schon
In das erzitternde Meer?

Ach, einst kommt auch der Tag,
Da dich der ewig im Dunkel
Thronende, blinde Dämon
Reißt mit den Krallen herab,
Und nicht mehr
Spenden die Priester dir,
Wenn du befreiet dich hebst
Aus dem nächtlichen Grab.

Georg Heym
Aus der Sammlung Frühwerk

  
  


Georg Heym   

Georg Heym


   


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