Zu allen ZeitenWir sehnen uns zu allen Zeiten
nach Liebe und Geborgenheit.
Das Streiten wollen wir vermeiden
von nun an bis in Ewigkeit.
Ganz selten platzt der enge Kragen.
Doch wenn er platzt, dann geht es rund.
Das liegt uns später schwer im Magen.
Es wurmt und nervt der wahre Grund.
Ein falsches Wort wird zur Kanone.
Es wird gespitzt und angeschärft.
Der ganze Satz, der ist nicht ohne.
Wir sind bis auf die Haut genervt.
Es poltern laut die Kraftausdrücke,
dann kriegt die Schüssel einen Sprung.
Und dann zerreißt es dich in Stücke.
Und keiner sagt: Entschuldigung.
Wir schämen uns für falsche Töne.
Denn dadurch wird das Kraut nicht fett.
Gepiesackt wird das Wunderschöne.
Und das kommt später aufs Tablett. Roman Herberth, 2011
Aus der Sammlung Freundschaft und Liebe |