EinsamkeitEin schönes Schloß ist Einsamkeit
Mit abendroten Warten,
Die Wälder rauschen weit und breit,
Am Tore spinnt die graue Zeit,
Das Schweigen steht im Garten.
Der Quell, der von den Felsen schäumt,
Erschläft in grünen Hainen,
An dunklen Wassern schilfumsäumt
Lehnt eine holde Frau verträumt
An weißen Inschriftsteinen.
O laß mich in dein stilles Reich,
Ich will dich, Hohe, grüßen,
Es blutet mir die Stirne bleich,
Die Brust von manchem Stoß und Streich
Ich sinke dir zu Füßen.
Ich mag nicht in die Welt zurück,
Nicht hoffen und nicht warten,
Was soll der Traum von Lust und Glück?
Vom Herzen fiel er Stück um Stück —
Ich will in deinen Garten! Jakob Christoph Heer |