Um MittagNun ist die müß’ge Stunde,
Da Pan im Wald entschlief;
Kein Herz fühlt eine Wunde,
Keins eine Wonne tief.
Kein Lüftchen wehet draußen.
Schwül Alles, stumm und müd —
Nur in verdross’nen Pausen
Singt selbst die Grill’ ihr Lied.
Mein denkt wohl jetzt mein Liebchen
Mit halb verschlossnem Sinn;
Sie sitzt in ihrem Stübchen.
Die süße Träumerin.
Am Fenster schlummertrunken
Wohl hinter Efeugrün.
Durch das die Sonnenfunken
Wie goldne Sternlein sprühn.
Versucht zu lesen hat sie —
Vielleicht ein Lied von mir,
Die Stirne senket matt sie,
Langweilig dünkt es ihr.
Die weichen Locken fallen
Ihr los’ auf Brust und Hals,
Wie Waldesschatten wallen
Am Licht des Wasserfalls.
Ach, weht’ es duftig labend
Doch wieder um uns her,
Ach, dass es doch schon Abend,
Mein trautes Mädchen, wär!
Dann hat die Liebe wieder
Die Augen frisch und klar,
Und Sterne schaun hernieder
Auf ein beglücktes Paar. Friedrich Julius Hammer
Aus der Sammlung Juli. Hochsommertage |