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Als sich im Menschen jener goldenen Zeiten

Als sich im Menschen jener goldenen Zeiten
Der Wesen Fortpflanzung langsam geklärt,
Als er erkannt, wie Menschen sich verbreiten,
Daß die Natur uns Schöpferkraft gewährt,
Bekamen Männer Lust und Muth zum Streiten,
Denn jeder faßte, daß er Macht begehrte!

Er wollte Wald und Wild und Wetter trotzen,
Und hat sich mancher Waffe schlau bemächtigt,
Die Thiere schienen thatlos zu schmarotzen,
Und blos die Menschenseele lichtberechtigt:
Und sah sie irgendwo ein Schreckbild glotzen
So war das Pan, der in den Wäldern nächtigt!

Dann drang der Mensch, mit starken Achsenhieben,
Vom Orte fort, wo er sein Beil gezimmert,
Und wo er nachts mit seinem Weib geblieben,
Hat stets ein Feuer durch den Wald geschimmert,
Und dieses hat fast jedes Thier vertrieben,
Nur wenige haben um den Herd gewimmert.

Einst wollte er die Wildniß blind zerstören
Und alle Thiere, die er antraf, tödten,
Es schien ihn Zeugungs Feuer zu bethören,
Ja, Flammen sollten seine Pfade röthen,
Die Götter seinen Menschenwillen hören,
Er hoffte, daß ihm Gluthen Mittel böten!

Ganz plötzlich wollte er den Wald entzünden,
Der östlich sich, weit über Höhen, dehnte,
Da stieg jedoch die Furcht aus Seelenschlünden
So jäh empor, daß er sich doppelt wähnte,
Er bebte schrecklich vor den künftigen Sünden
Und fühlte doch, daß er sich darnach sehnte!

Da sang der Mann dem Weib von Sonnenplänen,
Es sollte nichts von seiner Ohnmacht ahnen,
Und in dem Lied erfüllte sich das Sehnen
Nach hohen, urempfundenen Sonnenbahnen:
Das Weib jedoch wollte an ihn sich lehnen,
Um ihn zurück zum Erdenglück zu mahnen!

Theodor Däubler

  
  


Theodor Däubler   

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