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Mittag am See.

Wie nun auf blankgespülten Kieseln,
Ein Wiegenlied, ein Muttergruß,
Die letzten Wasser rings verrieseln
Am nassen Strand vor meinem Fuß!
Lichtschimmernd schnellt aus goldner Welle
Sich manchmal noch ein Fisch empor,
Und schimmernd wiegt sich die Libelle
Auf flockenschwerem Zitterrohr.

Es ist so still: kaum Winde streifen,
Du hörst der Wogen Träumerei'n
Und scheu und süß den Pirol pfeifen
Von drüben her, vom Gartenhain.
Zuweilen hebt aus ferner Wellen
Sonnüberglitzertem Getropf
Wohl auch mit Blicken, ängstlich schnellen,
Ein Taucher seinen Späherkopf.

Noch flüstert es gar leis' im Runde,
Ein schwaches Zittern läuft durchs Rohr,
Vielleicht fing sich ein Fisch im Grunde -
Dann wieder Stille wie zuvor.
Und wie die Wellen sterbend singen
Und müde gehn zum Ufersand,
So mag dein Leben einst verklingen
Im Sonnenschein, am Heimatstrand.

Carl Busse
Aus der Sammlung Sommerlieder

  
  

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