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Im Wandel der Zeiten

Sommer und Herbst tragen leuchtende Farben,
die Herz und Seele erfrischen, erfreuen.
Warum sollten Sommer und Herbst hier darben
im Wandel der Zeit, bis sie sich erneuen?
Die Farben des Herbstes werden bunt-golden,
die Düfte der Blüten und Erde würzig.
Kühle Winde spielen mit Baumesdolden,
der Blättertanz ist humorvoll und witzig.

„Nein!“ sage ich gegen Trübsal und Dunkel
und schaue hinauf in das Herbstsonnenlicht
in dem selbst das Regentropfengefunkel
mit fröhlichem Blinzeln ins Auge mir sticht.
Ist weh auch das Herz, es freut sich der Farben
mit denen der Herbstgeist die Erde bemalt.
„Komm, freu Dich der Sonne, lass mich nicht warten,
lass seh'n mich das Licht, das im Auge Dir strahlt!“

Werden langsam die Farben auch blass und fahl,
in den Tiefen der Zeit steht alles Wenden.
Decken trübe Nebel bald Berge und Tal,
Kaminfeuer glühn um Wärme zu spenden.
Ein Reifen und Wachsen birgt Stille und Ruh'
im Warten und Hoffen auf kommendes Licht. -
Auf's neue schnür mutig Deine Wanderschuh,
lass' stürmen und saußen und fürchte Dich nicht.

Geh fröhlich voran durch Hagel und Sonne,
bald hast Du erreicht schon des Berges Spitze,
dort oben siehst Du eine Welt voll Wonne,
schaust weit in den Fernen Gewitter und Blitze. ...
Nun raste, leg ab all des Lebens Schwere
die Du mußtest tragen den Bergweg hinan.
Mit weniger Gepäck und weiter Seele,
sind die Schritte leiser und leichter Dein Gang.

© R. Brunetti, 2014
Aus der Sammlung Von Zeit und Ewigkeit

  
  


R. Brunetti   

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