An deinem GrabeWie warst du gut und lieb und schön,
Wie niemals ich ein Wesen sah!
Ja, als ich dich zuerst gesehn,
Da glaubt ich einen Engel nah!
Wie war dein Blick so klar und tief,
Dein Wesen voller Feinheit,
Und auf der edlen Stirne schlief
Welch holde Kindesreinheit!
Und denk ich, daß du Himmelslicht
Hier sollst im Staub vergehn,
Dann will mein Blick, dann kann er nicht
Mehr auf die Erde sehn!
Er faltert wie ein Schmetterling,
Der Blumen suchen will;
Erst wenn ich ihn zum Himmel bring,
Steht er getröstet still. Max Bewer
Aus der Sammlung Lieder aus der kleinsten Hütte |