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Das Tröpfchen, von Andreas Marquardt

Wenn oben weint das Himmelszelt,
Ein Tröpfchen auf die Erde fällt.
Es rinnt entlang das hart Gestein,
Doch find kein Plätzchen um zu sein.

Ein zweites Tröpfchen fällt herab,
Es landet unweit auf nem Blatt,
sieht's erste Tröpfchen, das Schönste von Allen,
Es ist hin und weg, dem And'ren verfallen.

Der Himmel wird klarer, die Sonne steigt auf,
So nimmt plötzlich tragische Wende den Lauf.
Das Tröpfchen verdunstet, oh weh, es wird heiß,
es will zu dem Ander'n, egal um welch' Preis.

Es reckt sich und streckt sich, die Liebe es treibt,
das andere Tröpfchen vor Sehnsucht sich neigt.
Und da es passiert, das Blatt senkt sich ab,
Das kämpfende Tröpfchen rollt endlich hinab.

Auf's andere trifft es und dringt in es ein,
Symbiose; sie können nun endlich eins sein.
Egal was auch kommt, sie bestehen's vereint,
Bezwingen selbst Strömung, den hiesigen Feind.

In Ewigkeit fließen sie ins weite Meer,
Tamara mein Tröpfchen, ich lieb' dich so sehr!

(C) Andreas Marquardt (geboren 1982)

© Autoren. Lose Sammlung

  
  

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