Adolph VII., Graf von Berg - III.Des Grafen Ketten brachen. — O armer freier Mann!
Er saß in seinem Schlosse in finstrer Schwermuth Bann.
Jetzt ist er leidentbunden von sanfter Todeshand,
Und um den Edlen trauert das ganze Bergeland.
Und in den prächt'gen Hallen, die Zeugen schöner Zeit,
Weilt nun die Gräfin klagend in öder Einsamkeit;
Das sind die trüben Stunden, wo ihr das Schicksal sagt:
Es weint die Fürstentochter, wie jede andre Magd!
"Bringt mir den lieben Tobten zum Kloster dort hinab,
Da, wo die Frommen beten, da sei sein heilig Grab.
Auch ich will dort nun wohnen und trauern, fern der Welt,
Bis an des Gatten Seite mir wird mein Todtenzelt!"
So sprach die bleiche Gräfin. - Die Trauerglocke hallt
Zu Griifrath von dem Thurme; es weint mit ihr der Wald.
Und drinnen in dem Kloster bei Sang und Blumenduft,
Senkt man den besten Grafen von Berg in seine Gruft. **)
*) In der Schlacht bei Woringen gerieth
der Erzbischof in Adolphs Gefangenschaft.
**) Nach Andern ist Adolphs Gruft in der
Collegialkirche zu Düsseldorf. August Auch |