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Schöne Augen

I.

So wie der Wandrer nach des Waldes Schatten
Sich schmerzlich sehnt,
Wenn nur die Wüste vor dem Blick, dem matten
Sich endlos dehnt;

Wie der Geächtete in seiner Zelle
Die Nacht begrüßt,
Wo ihm ein Traum von Glück und Sonnenhelle
Sein Weh versüßt:

So sucht dein Auge schattenkühl zum Rasten
Mein müdes Herz,
Dass es, befreit von seinen Schmerzenslasten,
Flieh’ himmelwärts.

II.

Ernste, dunkle, zaubermächt’ge
Augen, wendet euch nicht ab,
Seid mein Himmel, meine Wiege,
Meiner Schmerzen kühles Grab.

Zieht in eure Wundertiefen
Meine Seele ruhelose,
Ach, sie findet Glück und Frieden
Nur in eurem feuchten Schoß.

III.

Du dunkelgrund’ges Märchenauge,
Sag’ mir, wovon du träumst,
Dass du die lange Seidenwimper
Mit Demantperlen säumst?`

Denkst wohl an jene zarte Blüte,
Die sich für dich erschloss,
Und ihre keusche reine Seele
In deine Tiefe goss.

Liebst du die schlanke weiße Lilie,
Die deinem Grund vertraut,
Und die zum kräftigen Entfalten
Dein kostbar Nass betaut?

IV.

Ob auch dein Auge abgrundtief,
Ich schau doch gern hinein,
Es locken zu verführerisch
Die süßen Blümelein.

Ich beuge tiefer mich und schau‘
Und schaue mich fast blind,
Die Unschuld weint am Wegesrand
Um ihr verlor’nes Kind.

V.

Kann ich in deine Augen sehn,
Dann ist die Welt mir doppelt schön;

Dann bin ich froh und wohlgemut,
Und denke: jedes Herz ist gut.

Vergesse Sorg‘ und Not und Plag‘,
Vergesse selbst den jüngsten Tag.

Dein Auge ist mein Lebensborn,
Es stillt mein Herz und kühlt den Zorn.

O, bebe nicht vor mir zurück,
Gönn‘ meiner Seele deinen Blick!

Verschlei’re mit der Wimper nicht
Mein einzig süßes Lebenslicht.

Und legt man mich dereinst ins Grab,
Dann schaue lieb auf mich herab.

Und gönn‘ mir deiner Augen Glanz,
Sie sind mir mehr denn Blüt‘ und Kranz.

Ich mag nicht zu der Sel’gen Schar,
Treff‘ ich nicht dort dein Augenpaar.

Johanna Ambrosius
Aus der Sammlung Vermischte Gedichte

  
  


Johanna  Ambrosius   

Johanna Ambrosius


   


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