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 Salus, Der Blick 
 Salus, Offne Fenster 
 Seidel, Ich schau aus meinem Fenster... 
 Tschabuschnigg, Ein Blick 

 

Der Blick

Hugo Salus


Den sie schon ausgesandt nach mir, den Blick,
Der mir ein Glück verheißen wollt', den Blick,
Den ich ersehnte, wie den ersten Blick
Der Blindgewesene, Genesene: den Blick
Rief sie zurück im Gehn, da ihr mein Blick,
Der sie erwartende, vielleicht als Blick
Zu heischend schien, mein arm demütiger Blick,
Vielleicht zu sklavisch schien, und ließ den Blick
An mir vorübergehn, die grausame Verschwenderin!
Dort traf ihn in der leeren Luft mein Blick
Und, ihm vermählt und ausgelöscht, ihr Blick
Fiel grau und tot aufs Straßenpflaster hin
Und ward zertreten von der Menschen Füßen.
Nun steh' ich da und such' mit leerem Blick
Den lichterweckenden, den Gnadenblick
Und werde wohl mein Lebtag suchen müssen ...

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Hugo Salus

Hugo Salus

Offne Fenster

Hugo Salus


Liebes, leichtes Seelchen meiner Lieder,
Findest du zu mir den Weg nicht wieder?
Sieh, wie meine Fenster offen stehn!
Daß du bald auf meinen Finger nieder
Senken magst dein weiches Flaumgefieder.
Kannst du mich, so herzlos, bitten sehn?

"Tirili", so hör' ich leis ein Kehlchen,
Und ich seh im Wind mein Liederseelchen
Vor dem Fenster hin und wider wehn:
"Ach, dein offnes Fenster täuscht mich nimmer!
Deine Freude starb. Im Sterbezimmer
Läßt du deine Fenster offen stehn!"

Stumm hab' ich das Fenster zugeschlossen,
Keine Luft kommt mehr hereingeflossen,
Und doch drängt es mich hinauszusehn.
An die Scheiben streifen scheue Schwingen,
"Tirili", so hör' ich's draußen singen,
Und die Augen fühl' ich übergehn...

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Hugo Salus

Hugo Salus




Ich schau aus meinem Fenster...

Heinrich Seidel


Ich schau aus meinem Fenster
Hin in den Mondenschein.
Da seh' ich ferne glänzen
Der Liebsten Fensterlein.

Nun schläft im weißen Bettchen
Gar sanft das holde Kind;
Am Fenster mit den Ranken
Spielt leis der Abendwind.

Und durch das Blattgegitter
Flimmert der Mondenschein -
Es geht ihr leises Athmen
Durch's stille Kämmerlein.

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Heinrich Seidel

Heinrich Seidel

Ein Blick

Adolf Ritter von Tschabuschnigg


Ein Blick war’s, der den Lenz gebracht,
Und wieder war’s ein Blick,
Der mich so arm wie sonst gemacht,
Geraubt mein kurzes Glück.

Es war ein Blick so mild und hell,
O, nie vergess‘ ich ihn,
Und alle Knospen mussten schnell
In Frühlingspracht erblühn.

Ein Blick war’s gar so fremd und kalt,
Ein Reif im schönen Mai,
Da starben alle Blumen bald,
Der Maitraum war vorbei

Ein Blick nur war’s, und um mein Glück
War’s allzumal getan, -
Ihr glaubt es nicht, wie so ein Blick
Ein Herz zerreißen kann!

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