Gedichte: Arnim  Busch  Eichendorff  Goethe  Heine  Heym  Lessing  Morgenstern  Rilke  Ringelnatz 

Gedichte


Gedichte » Dichter () » » » Verwandte Gedichte


GEDICHTE
Neue Gedichte
Selten gelesen
Gedicht finden
Themen & Zeiten
Zufallsgedicht
Dichtergalerie
REDAKTION
Gästebuch
Gedicht des Tages
Veröffentlichen
Häufige Fragen
Kontakt
Impressum /
Datenschutz

WISSEN
Fachtermini

  

Verwandte Gedichte

 Rilke, Gehst du außen Mauern entlang 
 Karl Kraus, Der Letzte 
 Ernst Scherenberg, VI. Schleswig-Holstein, Kind der Schmerzen 
 Brentano, Von den Mauern Widerklang... 

 

Gehst du außen Mauern entlang

Rainer Maria Rilke


Gehst du außen Mauern entlang,
kannst du die vielen Rosen nicht schauen
in dem fremden Gartengang;
aber in deinem tiefen Vertrauen
darfst du sie fühlen wie nahende Frauen.

Sicher schreiten sie zwei zu zwein,
und sie halten sich um die Hüften, -
und die roten singen allein;
und dann fallen mit ihren Düften
leise, leise die weißen ein...

 Text von Rilke drucken
 Ähnliche Gedichte entdecken

Der Letzte

Karl Kraus


In manchem waren sie doch nicht zu tadeln,
was immer sonst Habsburgs Häupter vollbrachten:
sie verstanden den richtigen Unwert zu adeln
und waren perfekt in verlorenen Schlachten.

Einstens, wenn Kaiserwetter uns lachte,
so war's doch sehr schön, wenngleich miserabel,
wie alles gemütlich und würdig verkrachte,
Gemischtsprachenhandlung und Sündenbabel.

Der uns mit weiser Hand so geführt hat
in das Verderben, ließ uns nie vergessen,
da er uns die Blutsuppe eingerührt hat,
daß sichs gehört, sie korrekt auch zu essen.

Aber bei weitem schon nicht so pedantisch
war, der als letzter zu herrschen erkoren.
Seit Menschengedenken ging so dilettantisch
keine Schlacht, keine Macht, keine Ehre verloren.

 Text von Karl Kraus drucken
 Ähnliche Gedichte entdecken




Karl  Kraus

Karl Kraus




VI. Schleswig-Holstein, Kind der Schmerzen

Ernst Scherenberg


Schleswig-Holstein, Kind der Schmerzen
Wurdest du von je genannte;
Ach, nun ist in Deutschlands Herzen
Hass und Streit um dich entbrannt!
Und, von eitlem Wahne trunken,
Bist du blind für Deutschlands Not,
Nährst und schlürfst der Zwietracht Funken,
Dass er hell zur Flamme loht.

Schleswig-Holstein, denk‘ der Stunde,
Da, zur Sühne für dein Leid,
Tausende am Alsensunde
Sich dem Schlachtentod geweiht;
Ha, wie da die Preußenfahnen
Siegreich flatternd aufgetaucht!
Hat dich’s nicht wie Zukunftsahnen
Deutscher Größe angehaucht?

Heute gilt’s dein Opfer bringen,
Das den Traum zur Wahrheit macht;
Doch du kannst dich nicht bezwingen,
Bist nur auf dein „Recht“ bedacht?
Allzu rauh an deine Pflichten
Mahnt dich nur der Preußengruß,
Fordert schmerzliches Verzichten –
Doch er fordert’s, weil er muss!

Lieblicher wohl mag dir’s klingen,
Wie’s vom Main und Donau schallt;
Doch es ist Sirenensingen –
Hör‘ es, aber bleibe kalt!
Schmach genug hast du erfahren,
- Brennt nicht jene Wunde noch? –
Als dich Habsburgs Söldnerscharen
Schmiedeten in’s Dänenjoch.

Fürchte dich vor Habsburgs Tücke!
Nimm die rauhe Freundeshand!
An des Friedens letzte Brücke
Lege nicht den Feuerbrand!
Willst du in des Wahns Betörung
Deutschland der Vernichtung weihn,
Bricht das Chaos der Zerstörung
Rächend über dich herein!

Männlich ist’s, den Kampf zu wagen
Für ein Recht, das in Gefahr;
Männlicher, ihm zu entsagen
An des Vaterlands Altar!
Lass den Traum von eignen Throne,
Dessen Schimmer doch nur Schein,
Sei dfür in Deutschlands Krone
Du der schönste Edelstein!

 Text von Ernst Scherenberg drucken
 Ähnliche Gedichte entdecken




Ernst  Scherenberg

Ernst Scherenberg

Von den Mauern Widerklang...

Clemens Brentano


Von den Mauern Widerklang
Fragt es in dem Herzen bang
Ist es ihre Stimme?
Durch die Nacht dringt nicht mein Blick
Kehret mir ein Ton zurück
Ist’s nur meine Stimme?

Wenn ich in des Himmelshöh
Sich die Sterne küssen seh
Wärens unsre Sterne!
Auf der hohen Wände Rand
Meine Augen hingebannt
Seh ich nur die Sterne

Heiß ist Liebe, Nacht ist kühl
Und ich sah ach viel zu viel
Dir ins schwarze Auge
Nacht ist voller Lug und Trug
Nimmer sehen wir genug
Ihr im dunklen Auge.

 Text von Brentano drucken
 Ähnliche Gedichte entdecken




Clemens Brentano

Clemens Brentano

 



















Konzept, Gestaltung und Inhalt © B. Ritter - Die Deutsche Gedichte-Bibliothek