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Verwandte Gedichte |  Lessing, Die kranke Pulcheria
 Fontane, Königin Eleonorens Beichte  
 Meyer, Die Fei
 Haug, Beichte
| | |  | Die kranke PulcheriaGotthold Ephraim Lessing Pulcheria ward krank... »Vielleicht die Lust zu büßen,
Die...« Pfui, wer wird nun gleich so voller Argwohn sein?
Schweigt, Neider! hört mir zu! ich lenke wieder ein.
Pulcheria ward krank. Unruhig im Gewissen,
Ließ ihr der Schmerz manchmal, die Schwermut niemals Ruh.
»Wie? Was? Pulcheria wär melancholisch worden?
Sprich, Lügner, lieber gar, sie trat in Nonnenorden.«
Schon wieder stört ihr mich? Schweigt doch, und hört mir zu!
Als sie einst ihre Not zu lauten Seufzern trieb,
Sprach Lady, ihre Magd: »Laßt doch den Priester holen;
Legt dem die Beichte ab, so seid Ihr GOtt empfohlen;
Und beichten müsset Ihr, ist Euch der Himmel lieb.«
»Ja dieser Rat ist gut«, spricht unsre kranke Schöne.
»Lauf, oder schicke gleich zum Pater Andres hin;
Andres – – – merks wohl – – weil ich auch sonst sein Beichtkind bin,
So oft ich mich mit dir, o lieber GOtt! versöhne.«
Gleich läuft ein Diener hin, klopft an das Kloster an,
Und so, als wenn das Tor davon zerspringen solle.
»Nu, Nu! Gemach! Gemach!« Man fragt, zu wem er wolle?
»Je, macht nur erstlich auf.« Das Tor wird aufgetan.
»Der Pater Andres wird zu meiner Frau begehret,
Die gerne beichten will, weil sie bald sterben kann.«
»Wer?« fragt ein Bruder ihn; »Andres? der gute Mann!
Zehn Jahr ists schon, daß der im Himmel Beichte höret.«L.
Nach einer freien Übersetzung einer Erzählung aus dem Fontaine.
Text von Lessing drucken
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|  | Königin Eleonorens BeichteTheodor Fontane
Todkrank lag Königin Eleonor',
Sie wußte, daß schlecht es stünde:
»Schickt mir zwei Mönche von Frankreich her,
Daß ich beichte meine Sünde.«
Der König rief seine Haushalt-Lords,
Seinen ersten und seinen zweiten:
»Ich will Leonorens Beichtiger sein,
Lord Marschall, du sollst mich begleiten.«
Lord Marschall erschrak und sank in die Knie...
Woll' mir zuvor versprechen,
Was auch die Königin beichten mag,
An mir es nimmer zu rächen.«
»Lord Marschall, steh auf, ich verpfände mein Wort
Und ganz England zu meinen Füßen,
Was auch die Königin beichten mag,
Du sollst es nimmer büßen.
Wir legen an ein mönchisch Gewand-
In Kapuze und grauem Kleide,
So kommen wir betend von Frankreich her
Und hören die Beichte beide.«
Sie legten an ein mönchisch Gewand;
Als gen Whitehall sie schritten,
Des Volkes Menge begleitete sie
Mit Kniefall und frommen Bitten.
Sie traten hin vor die Königin
Und sprachen mit Händefalten:
»Vergib, es haben Wetter und Wind
Unsren Dienst zurückgehalten.«
»Wenn ihr zwei Mönche von Frankreich seid,
Kann ich euer Säumen nicht schelten;
Wenn ihr zwei englische Mönche seid,
Sollt ihr's am Leben entgelten.«
»Wir sind zwei Mönche von Frankreich her,
Drum beichte ohne Bangen,
Wir haben noch keine Messe gehört,
Seit wir zu Schiff gegangen.«
»Die erste Sünde, die ich beging,
Hat andre groß gezogen:
Lord Marschall hab' ich zuvor geliebt
Und den König hab' ich betrogen.«
»Eine schwere Sünde! ich löse sie doch
In Gottes und Christi Namen.«
Der König spricht's, Lord Marschall bebt
Und murmelt: »Amen, Amen.«
»Die zweite Sünde, die ich beging,
Die will ich zum andern bekennen,
Ich mischt' einen Trunk, der sollte mich rasch
Von König Heinrich trennen.«
»Eine schwere Sünde! ich löse sie doch
In Gottes und Christi Namen.«
Der König spricht's, Lord Marschall bebt
Und murmelt: »Amen, Amen.«
»Die dritte Sünde, die ich beging,
Die will zum dritten ich beichten,
Meine Hände waren's, die Becher und Gift
An Rosamunden reichten.«
»Eine schwere Sünde! ich löse sie doch
In Gottes und Christi Namen.«
Der König spricht's, Lord Marschall bebt
Und murmelt: »Amen, Amen.«
»Seht in der Halle den Knaben dort,
Er spielt mit dem Federballe,
Das ist Lord Marschalls ältester Sohn,
Und ich lieb' ihn mehr als alle.
Und seht in der Halle den zweiten dort,
Er hascht nach dem fliegenden Balle,
Das ist König Heinrichs jüngster Sohn,
Und ich haß' ihn mehr als alle.
Er hat einen Kopf wie ein Warwick-Stier
Und ist täppisch wie ein Bär«;
»Mag sein«, rief König Heinrich da,
»Ich lieb' ihn desto mehr.«
Ab riß er Kapuze und Mönchsgewand,
Sein Antlitz war blutrot,
Leonore schrie auf und rang die Händ' -
Ihre Beichte war ihr Tod.
Der König über die Schulter sah,
Vielgrimmig sah er drein:
»Lord Marschall, wär's nicht um mein Wort,
Du solltest gehangen ...
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Theodor Fontane
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|  | Die FeiConrad Ferdinand Meyer Mondnacht und Flut. Sie hängt am Kiel
Umklammert mit den Armen ihn,
Sie treibt ein grausam lüstern Spiel,
Den Nachen in den Grund zu ziehn.
Der Ferge stöhnt: "In Seegesträuch
Reisst nieder uns der blanke Leib!
Rasch, Herr! Von Sünde reinigt Euch,
Begehrt Ihr heim zu Kind und Weib!"
Der Ritter hält den Schwertesgriff
Sich als das heilge Zeichen vor -
Aus dunkeln Haaren lauscht am Schiff
Ein schmerzlich bleiches Haupt empor.
"Herr Christ! ich beichte Rittertat,
Streit, Flammenschein und strömend Blut,
Doch nichts von Frevel noch Verrat,
Denn Treu und Glauben hielt ich gut."
Er küsst das Kreuz. Grell schreit die Fee!
Auflangend sieht er eine Hand
Am Steuer, blendend weiss wie Schnee,
Und starrt darauf, von Graun gebannt.
"Herr Christ! ich beichte Missetat!
Ich brach den Glauben und die Treu,
Ich übt an meinem Lieb Verrat.
Es starb. Ich tue Leid und Reu!"
Sie löst die Arme. Sie versinkt.
Das Ruder schlägt. Der Nachen fliegt.
Vom Strand das Licht des Erkers winkt,
Wo Weib und Kind ihm schlummernd liegt.
Text von Meyer drucken
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Conrad Ferdinand Meyer
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|  | BeichteFriedrich Haug Karlo beichtet aus besondern Gründen
Vor dem Hochzeittag noch seine Sünden,
Und zur Pönitenz, Herr Guardian? –
»Bist du morgen Ehemann!«
Text von Haug drucken
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