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 Felix Dahn, Tejas Todesgesang 
 Gerok, Des treuen Knechts Heimfahrt. 
 Gustav Schüler, Gebet um heilige Heimgeleitung 
 Gerok, Des treuen Knechts Heimfahrt 

 

Tejas Todesgesang

Felix Dahn


Erloschen ist der helle Stern
Der hohen Amalungen:
O Dietrich, teurer Held von Bern,
Dein Heerschild ist zersprungen.
Das Feige siegt, das Edle fällt,
Und Treu' und Mut verderben,
Die Schurken sind die Herrn der Welt: -
Auf, Goten, laßt uns sterben! -

O schöner Süd, o schlimmes Rom,
O süße Himmelsbläue,
O blutgetränkter Tiberstrom,
O falsche welsche Treue!
Noch hegt der Nord manch kühnen Sohn,
Als unsres Hasses Erben,
Der Rache Donner grollen schon: -
Auf, Goten, laßt uns sterben!

Vom Kaukasus bis vor Byzanz,
Welch stolzes Siegeswallen!
Der Goten Glück stieg auf in Glanz,
In Glanz auch soll es fallen.
Die Schwerter hoch, um letzten Ruhm
Mit letzter Kraft zu werben:
Fahr wohl, du freudig Heldentum: -
Auf, Goten, laßt uns sterben! -

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Felix  Dahn

Felix Dahn

Des treuen Knechts Heimfahrt.

Karl Gerok


1 Mose 24, 58.

Da sprach er zu ihnen: Haltet mich nicht
auf, denn der Herr hat Gnade zu meiner
Reise gegeben. Laßt mich, daß ich
zu meinem Herrn ziehe.

Der Herr hat Gnade geben
Zu meiner Pilgerschaft,
Er fristete mein Leben,
Er stärkte meine Kraft;
Der Herr hat Heil verliehen
Zu meinem Botenlauf,
Drum lasst mich heimwärts ziehen
Und haltet mich nicht auf.

Ihr habt mich wohl bewirtet,
Und schön ist euer Land,
Doch sehr ihr mich gegürtet,
Den Wanderstab zur Hand.
Ihr wollt mich freundlich halten,
Und selber blieb ich gern,
Doch lasst ihn ziehn, den Alten,
Den Knecht zu seinem Herrn.

Mein Auftrag ist vollendet,
Ich bin zu nichts mehr gut;
Er der den Knecht gesendet,
Will, dass er Rechnung tut,
Will, dass er, was er begonnen,
Er treulich führt hinaus,
Will, dass, was er gewonnen,
Er redlich bringt nach Haus.

Was Guts mir hier beschieden,
Mit Freuden denk ich dran,
Doch ruh ich erst im Frieden
Daheim in Kanaan;
Ich lass euch meinen Segen
Und Gottes Lohn zurück,
Und ihr auf meinen Wegen
Wünscht mir zur Heimfahrt Glück!

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Karl Gerok

Karl Gerok




Gebet um heilige Heimgeleitung

Gustav Schüler


Weil du alle Wesen lenkst,
Wende dich u meinen Schritten,
Daß du ihnen Heimfahrt schenkstm,
Höre du mein Heimweh bitten:
Fern vom großen Vaterhause
Irr‘ ich in den fremden Gassen,
Kann im dunkeln Weltgebrause
Keine Bruderhand erfassen.

Meine Seele bleibt ein Kind,
Meine Füße Kinderfüße,
Ach, wie drängen sie geschwind
Nach der Heimat, traut und süße.
Angetan mit groben Schuhen,
Kommen sie von langen Wegen,
Ach, sie wollten, auszuruhen,
Gern zum letzten Schlaf sich legen.

Der du allen, die verirrt,
Selige Heimfahrt noch bereitet,
Komm, du guter, treuer Hirt,
Der sein Schäflein heimgeleitet,
Weil von meinen Erdentagen
Nur im Sand die Stapfen zeugen,
Laß, dir all mein Leid zu sagen,
Mich zu deinen Knien beugen.

Neig dich, denn dein Angesicht
Blüht so inniglich Erbarmen,
Trage du, es drückt dich nicht,
Heim dein Kindlein auf den Armen.
Schlummer wird mich übermannen,
Von dem Rauch der Erdenwerke,
Und wir sind – rasch geht’s von dannen! –
In der Heimat, eh‘ ich’s merke.

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Gustav  Schüler

Gustav Schüler

Des treuen Knechts Heimfahrt

Karl Gerok


Da sprach er zu ihnen: Haltet mich nicht
auf, denn der Herr hat Gnade zu meiner
Reise gegeben. Laßt mich, daß ich
zu meinem Herrn ziehe.


Der Herr hat Gnade geben
Zu meiner Pilgerschaft,
Er fristete mein Leben,
Er stärkte meine Kraft;
Der Herr hat Heil verliehen
Zu meinem Botenlauf,
Drum laß mich heimwärts ziehen
Und haltet mich nicht auf.

Ihr habt mich wohl bewirtet,
Und schön ist euer Land.
Doch seht ihr mich gegürtet,
Den Wanderstab zur Hand.
Ihr wollt mich freundlich halten,
Und selber blieb' ich gern,
Doch laßt ihn ziehn, den Alten,
Den Knecht zu seinem Herrn.

Mein Auftrag ist vollendet,
Ich bin zu nichts mehr gut;
Er, der den Knecht gesendet,
Will, daß er Rechnung thut,
Will, daß, was er begonnen,
Er treulich führt hinaus,
Will, daß, was er gewonnen,
Er redlich bringt nach Haus.

Was Guts mir hier beschieden,
Mit Freuden denk' ich dran,
Doch ruh' ich erst im Frieden
Daheim in Kanaan;
Ich lass' euch meinen Segen
Und Gottes Lohn zurück,
Und ihr — auf meinen Wegen
Wünscht mir zur Heimfahrt Glück!

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Karl Gerok

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