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 Johann Meyer, Weihnachtsabend 
 Droste-Hülshoff, Der Weiher 

 

Weihnachtsabend

Johann Meyer

Sieh so, da steht der Baum geschmückt!
Wie das ein Elternherz entzückt!
Als ob's der Stern der Weisen wär',
So zaubert er die Freude her,
Die Freude in den kleinsten Raum,
Der liebe, grüne Tannenbaum.

Herein! herein nun, groß und klein!
All was er trägt, soll euer sein.
Habt lang' genug auf ihn geharrt,
Bis 's endlich Weihnachtabend ward; –
Da kommen sie! – o, Kinderfreud',
Wann wärst du größer wohl als heut'!

Wie klopft so laut die kleine Brust
Vor all dem Glück und all der Lust!
Sie sind ja Kinder, – und die Zeit
Ist doch so reich an Sorg' und Leid!
Wie manch ein Aug' in dieser Nacht,
Daß unter heißen Tränen wacht!

Das letzte Mal so traut vereint,
Und nun – im Felde vor dem Feind!
Das letzte Mal so kerngesund,
Und nun – ein Krüppel, matt und wund!
Das letzte Mal noch so vergnügt,
Und nun, – wer weiß es, wo er liegt! –

Getröste Gott die armen Leut',
Die solche Weihnacht haben heut'.
Da mag es wohl recht dunkel sein,
Kommt nicht ein Engel leis' hinein
Und spricht: Mich sandte Gott herab,
Seid still und wischt die Tränen ab!

Denn größ're Lieb' kann nicht gescheh'n,
Als für den Bruder sterben geh'n.
Er tat es selber, wie ihr wißt,
Der heut' für euch geboren ist.
O, neidet nicht in eurem Wahn
Die Kinder, die es auch getan!

Das hilft, solch Engel, der versteht's,
Und grad' wie bei den Hirten geht's,
Da klingt's auch ihnen durch's Gemüt
Als wie ein süßes Weihnachtslied,
Und Friede wird's in ihrer Brust;
Der Engel hat es wohl gewußt.

Mama, Mama! komm, küsse mich!
Sieh deine Kinder, – freue dich!
Wir sind doch alle froh vereint
Und haben noch um keins geweint;
Zur guten Stunde sei's gesagt;
Heda, wie schon der Peter jagt!

Das ist 'ne Flinte, Sapperment!
Da wächst kein Gras, wo die hinbrennt.
Er macht sich wie ein Grenadier,
Ich glaub', das hat der Schelm von mir;
Man wird den Takt und strammen Gang
Nicht wieder los sein Lebenlang.

Halt, Junge, steck' den Säbel ein
Und schieß' mir nicht das Schwesterlein!
Die hat's von dir, Mama, – wie du,
Bringt sie das Püppchen auch zur Ruh'
Und macht das Stübchen nett und fein,
Ja, Ordnung muß im Hause sein!

Ein jedes so nach seiner Art;
Der Paul ist auch schon in der Fahrt.
Er hat die Braunen vorgespannt
Und schwingt die Peitsche in der Hand;
Der wird ein Landmann, das ist klar,
Er macht's ihm nach schon auf ein Haar.

Was treibt denn Hänschen Superklug?
Sitzt wieder mit der Nas' im Buch!
Die Bücher sind so seine Lust,
Knecht Ruprecht hat's gewiß gewußt,
Das Hänschen denkt: ich bin kein Tor,
Am besten hab' ich's als Pastor. –

Na, meinetwegen! – Hätt' ich da
Den Nähr- und Wehr- und Lehrstand ja!
Das wäre ein Trifolium!
Nur klein Mariechen, – ei, wie dumm!
Mama ihr bestes Töchterlein,
Das würd' allein noch übrig sein.

Du lachst, Mama, und denst dein Teil;
Nun ja, es hat noch gute Weil'.
Doch geh'n die Jahre pfeilgeschwind,
Ein Fräulein wird das Mutterkind,
Ein Ringlein blitzt an seiner Hand, –
Und das Fräulein auch hat seinen Stand. –

Das wär' wohl nicht nach deinem Sinn,
Man gibt so leicht sein Kind nicht hin, –
Und doch, – kam' so ein Schelmfranzos
Noch einmal, wenn die Jungen groß,
Ich sagte: Haut ihn alle drei!
Und wär' am End' noch selbst dabei!

Was qualmt denn da? – Potz Element!
Geschwind, geschwind! der Baum der brennt!
Die meisten Lichter schwälen schon,
Steig' auf und lösch' sie aus, mein Sohn!
Und ihr, nun packt die Sachen ein
Und nascht mir nicht so viel hinein!

Da kommt der Pudding, – dacht ich's nicht?
Margret' kennt unser Leibgericht.
Nun bring' uns auch 'ne Flasche Wein,
Und Gläser auch, – sechs müssen's sein,
Mama und ich – und uns're vier;
Gelobt sei Gott, daß alle ...

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Johann Meyer

Der Weiher

Annette von Droste-Hülshoff

Er liegt so still im Morgenlicht,
So friedlich, wie ein fromm Gewissen;
Wenn Weste seinen Spiegel küssen,
Des Ufers Blume fühlt es nicht;
Libellen zittern über ihn,
Blaugoldne Stäbchen und Karmin,
Und auf des Sonnenbildes Glanz
Die Wasserspinne führt den Tanz;
Schwertlilienkranz am Ufer steht
Und horcht des Schilfes Schlummerliede;
Ein lindes Säuseln kommt und geht,
Als flüstre's: Friede! Friede! Friede! -

Das Schilf

»Stille, er schläft! stille, stille!
Libelle, reg' die Schwingen sacht,
Daß nicht das Goldgewebe schrille,
Und, Ufergrün, halt gute Wacht,
Kein Kieselchen laß niederfallen.
Er schläft auf seinem Wolkenflaum,
Und über ihn läßt säuselnd wallen
Das Laubgewölb' der alte Baum;
Hoch oben, wo die Sonne glüht,
Wieget der Vogel seine Flügel,
Und wie ein schlüpfend Fischlein zieht
Sein Schatten durch des Teiches Spiegel.
Stille, stille! er hat sich geregt,
Ein fallend Reis hat ihn bewegt,
Das grad zum Nest der Hänfling trug;
Su, Su! breit', Ast, dein grünes Tuch -
Su, Su! nun schläft er fest genug.«

Die Linde

»Ich breite über ihn mein Blätterdach
So weit ich es vom Ufer strecken mag.
Schau her, wie langaus meine Arme reichen,
Ihm mit den Fächern das Gewürm zu scheuchen,
Das hundertfarbig zittert in der Luft
Ich hauch' ihm meines Odems besten Duft,
Und auf sein Lager lass' ich niederfallen
Die lieblichste von meinen Blüten allen;
Und eine Bank lehnt sich an meinen Stamm,
Da schaut ein Dichter von dem Uferdamm,
Den hör' ich flüstern wunderliche Weise,
Von mir und dir und der Libell' so leise,
Daß er den frommen Schläfer nicht geweckt;
Sonst wahrlich hätt' die Raupe ihn erschreckt,
Die ich geschleudert aus dem Blätterhag.
Wie grell die Sonne blitzt! schwül wird der Tag.
O könnt' ich, könnt' ich meine Wurzeln strecken
Recht mitten in das tief kristall'ne Becken,
Den Fäden gleich, die, grünlicher Asbest,
Schaun so behaglich aus dem Wassernest,
Wie mir zum Hohne, der im Sonnenbrande
Hier ...

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