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Verwandte Gedichte

 Friedrich Samuel Sauter, Zimmerspruch 
 Gerok, Palmblätter 
 Gerok, Mit den Palmblättern - IV. 

 

Zimmerspruch

Friedrich Samuel Sauter

auf der Papiermühle zu Flehingen
am 1. Oktober 1808.


Triumph! Es ist gescheh'n! das Bauwerk ist vollendet! —
Ihr vielen Köpfe hier, die ihr mich schier verblendet,
Gönnt, wenn ich bitten darf, mir ein geneigtes Ohr!
Ich bringe meinen Spruch jetzt auf dem Giebel vor.

Triumph! Wir haben hier mit schwerem Holz gestritten,
Und Mancher hat von uns ein wenig Noth gelitten;
Doch sind sie nun bekämpft, die Balken, Pfosten, Bieg;
Gewonnen haben wir's, errungen ist der Sieg!

Am meisten machten uns die Pfaffen hier zu schaffen;
Doch mußten sie herauf, doch siegten unsre Waffen.
Gefangen stehen hier viel hundert Stücke Holz —
Dieß, dieß that unser Arm! Aufschläger werdet stolz!

Doch, nein! wir wollen Gott allein die Ehre geben —
Der gab uns Muth und Kraft, der half uns tragen, heben
Denn, wenn der Herr nicht hilft, ist alle unsre Kunst —
Und alle unsre Müh', wie David sagt, umsonst.

Ihm nur, ist unsere Pflicht, jetzt Dank und Preis zu bringen,
Daß Er dieß große Werk so herrlich ließ gelingen,
Zwar nahm daß plumpe Holz uns bisher viele Kraft;
Doch Keiner ist verletzt und Keiner weggerafft.

Wie gut ist's, wenn es heißt, daß man sich wohl befinde
Und nichts zu klagen hab'! Hey, Du mit deiner Flinte,
Ihn' einen Freudenschuß! Und Du mit deinem Weine,
Ein Glas mir eingeschenkt! Es muß getrunken seyn.

Vivat! Es leben hoch, die Herrn von Gottes Gnaden,
Es leb' Carl Friedrich, der Großherzog von Baden,
Es lebe stets beglückt sein ganzes hohes Haus!
Hellauf, ihr Musici! Ich trinke fröhlich aus. —

Still, stille meine Herrn! laßt eure Arme sinken,
Ich muß auf's hohe Wohl des Grundherrn auch eins trinken,
Vivat! das hohe Haus des Grafen Metternich!
Macht Lärmen, Musici, und unterstützet mich!

Da hast Du mein Geschirr, ich will es nicht verwerfen,
Weil heute wir beim Schmauß der Gläser viel bedürfen.
Wo will ich aber jetzt mit meinem Spruch hinaus?
Geduld; ich spreche was vom Herrn Papierer Strauß:

Wer hätt' es wohl gedacht, daß Jemand es gefiele,
Sich hier in's Thal zu bau'n so eine große Mühle,
Worin das Räderwerk beschlagenen Stampfet treibt,
Und wo man macht Papier, darauf man druckt und schreibt.

So fügt sichs aher oft sehr wunderbar auf Erden:
Der Bauherr war bestimmt, ein Geistlicher zu werden;
Allein er trat, sehr klug, aus diesem Stand heraus.
Und wählte sich die Kunst, Papier zu machen, aus.

Nachdem er als Gesell viel Reisen unternommen
Und dann zu Achern jetzt in Arbeit war gekommen,
So blieb er länger da, als sonst in einer Mühl',
Weil ihm ein holder Schatz da in die Augen fiel.

Des Müllers, Tochter wars, die ihm so sehr gefallen,
Und die auch ihn geliebt vor ihren Freiern allen.
Neun Jahre leben sie nun in dem Ehestand,
Und haußen höchst vergnügt im Bad'schen Oberland.

Nur steht ihr Mühlenwert in einer rauhen Gegend,
Die war dieß gute Paar zu fesseln nicht vermögend,
Sie wünschten immer sich in unsere Revier,
Und darum baun sie jeht sich diese Mühle hier.

Heh Du, mit dem Gewehr! Auf, rüste Dich zum Schießen,
Und Du mit Deinem Wein, laß mich ein Glas genießen;
Und ihr Herrn Musici, paßt auch ein wenig auf,
Und macht mir, wenn ich trink', gleich einen Dusch darauf.

Hoch leb' der Bauherr Strauß und seine Frau nicht minder!
Gesegnet seyen sie und ihre lieben Kinder!
Dieß Mühlwerk bleibe stets die nützlichste Fabrik,
Was nur darin geschieht begleite lauter ...

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Palmblätter

Karl Gerok


Neue Folge.

Palmblätter sind's; - so viel ich schon gepflückt:
Noch tausend seh ich mir zu Häupten prangen,
Fand immer neu den Palmenhain geschmückt,
So oft ich mich in Gottes Wort ergangen.

Palmblatter g'nug! — die Hand, die diese brach,
Bricht nicht mehr viel, wird bald vielleicht zu Staube,
Doch frische wachsen für die Enkel nach:
Stets neue Blüten treibt der alte Glaube.

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Mit den Palmblättern - IV.

Karl Gerok


4. Jubiläumsgruß an die Palmblätter

Zur 25. Auflage.

Noch immer grün nach vollen zwanzig Jahren?
Als ich euch pflückte, hält' ich's nicht geglaubt!
Wie mancher Sturm ist durch die Welt gefahren,
Wie mancher Herbst hat unsre Flur entlaubt,
Mir selber spielt der Herbstwind in den Haaren,
Das Spätjahr streut Schneeflocken mir aufs Haupt,
Und ihr noch grün? o arme Blätter, danket
Nicht mir; verdankt's dem Kreuz das ihr umranket!

Und habt ihr je ein freundlich Ohr gefunden,
Habt jemals ihr ein sinnig Herz gerührt,
Ein trauerndes erquickt in trüben Stunden,
Im fröhlichen des Dankes Glut geschürt,
Verwandte Seelen liebreich mir verbunden,
Mir holde Grüße fernher zugeführt, —
Dank Ihm, der mit fünf Broten eines Knaben
Fünftausend in der Wüste weiß zu laben!

Und wenn ihr nun die Welt aufs neu bereiset,
Die Welt, die jetzt an andre Dinge denkt, —
Mit heil'gen Worten fromme Herzen speiset,
Nach heil'gen Zeiten edle Sehnsucht lenkt,
Zu heil'gen Bergen stille Pfade weiset,
Aus heil'gen Wassern müde Seelen tränkt:
So laßt es uns im Namen dessen wagen,
Der euch und mich bis hieher treu getragen!

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