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Verwandte Gedichte |  Platen, 33. Irrender Ritter
 Marie Itzerott, „Andine.“ - VII.
 Siebel, Der treue Ritter   
 Eduard Stucken, Garben auf dem Feld
| | |  | 33. Irrender RitterAugust von Platen Ritter ritt ins Weite,
Durch Geheg und Au,
Plötzlich ihm zur Seite
Wandelt schöne Frau.
Keusch in Flor gehüllet
War sie, doch es hing
Flasche wohl gefüllet
Ihr am Gürtelring.
Ritter sah es blinken,
Lüstern machte Wein,
Sagte: Laß mich trinken!
Doch sie sagte: Nein!
Grimmig schaute Ritter,
Der es nicht ertrug:
Frau verhöhnt er bitter,
Raubet schönen Krug.
Als er den geleeret,
Fühlt er sich so krank;
Ach, für Wein bescheret
Ward ihm Liebestrank.
Nun durchschweift er Gründe,
Felder, Berge wild,
Klaget alte Sünde,
Suchet Frauenbild.
Stimme läßt er schallen,
Holt es nirgend ein:
Waldes Nachtigallen
Hören Ritters Pein.
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August von Platen
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|  | „Andine.“ - VII.Marie Itzerott Mein Ritter ist gekommen,
Mein Ritter stolz und schön!
Wie reich die goldnen Locken
Um seinen Nacken weh'n!
Wie strahlt so hell sein Auge,
Wie blitzt der Waffen Schein!
Mein Ritter ist gekommen,
Ein schön'rer konnt's nicht sein!
Ich möcht' zu seinen Füßen
Ihm schau'n in's Angesicht,
Wie sich das Blümlein neiget
Zum gold'nen Sonnenlicht.
Text von Marie Itzerott drucken
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|  | Der treue RitterKarl Siebel Es war ein Ritter ohne Furcht,
Ein Ritter ohne Tadel;
Sein Arm von Kraft, sein Schwert von Stahl,
Sein Herz von Edel und Adel.
Hüte dich! hüte dich, Jungfräulein!
Das muß ein gefährlicher Ritter sein!
Und wo er ging, und wo er stand,
Blieb still kein Schleier hangen;
Sie sah'n ihm zu, sie sah'n ihm nach,
Sie sah'n mit bangem Verlangen.
Hüte dich! hüte dich, Jungfräulein!
Das muß ein gefährlicher Ritter sein!
Der Ritter sprach: "Mein Arm! mein Schwert!
Dem Kaiser weih' ich's immer!
Es starb die Maid, die ich geliebt,
Eine Andre liebe ich nimmer!"
Schaurige, traurige Liebespein!
O selig! o fröhlich! geliebt zu sein!
Text von Siebel drucken
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|  | Garben auf dem FeldEduard Stucken Feldwegs, Aeckern nah,
trabt der junge Ritter;
Garben binden da
Schnitterin und Schnitter.
Finster blickt die Magd
auf den schönen Ritter.
Doch zum Mädchen sagt
nachdenksam der Schnitter:
Sieh, das Land trägt Korn,
Bauern trägt's und Ritter,
Stahl zu Schwert und Sporn,
Sicheln auch für Schnitter.
Erde bringt hervor
Golderz, Schönheit, Ritter;
Schollen wie zuvor
lichtet stets der Schnitter.
Herde oder Hirt,
Bauer, Maid und Ritter -
wieder Erde wird
Garbe sowie Schnitter!
Text von Eduard Stucken drucken
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