Gedichte: Arnim  Busch  Eichendorff  Goethe  Heine  Heym  Lessing  Morgenstern  Rilke  Ringelnatz 

Gedichte


Gedichte » Dichter () » » » Verwandte Gedichte


GEDICHTE
Neue Gedichte
Selten gelesen
Gedicht finden
Themen & Zeiten
Zufallsgedicht
Dichtergalerie
REDAKTION
Gästebuch
Gedicht des Tages
Veröffentlichen
Häufige Fragen
Kontakt
Impressum /
Datenschutz

WISSEN
Fachtermini

  

Verwandte Gedichte

 Leo Sternberg, Blut 
 Logau, Dem Fürsten gebühret Gut und Blut 
 Dauthendey, Ich warte auf mein Blut 
 Andreas Kley, Arztbesuch 

 

Blut

Leo Sternberg


Ich wanderte, wanderte immerzu.
Es sprach mein Blut: Was wanderst du?

Ich lauschte auf und merkte bald:
Es sprach mein Blut mit Welt und Wald.

Sie kannten sich. Und hin und her:
"Grüß Gott! Wie, kennst du mich nicht mehr?"

"So sehen wir uns wieder!" rief
der Fels. Die Wolke droben rief:

"Auch ich bin Blut!" Es rief "Auch ich"
der Grashalm - "Denkst du noch an mich?"

"Wie lange war'n wir nicht zusammen,
die aus demselben Schoße stammen."

rief eine Welle in der Flut.
"Wie ging's dir, Zwillingstropfen Blut?"

fragte der Wind. "Man kreist, man kreist",
sagte das Blut - "Du weißt, du weißt."

Es fragte aus dem Grund der Erden:
"Wann wir wohl wieder Eines werden!"

 Text von Leo Sternberg drucken
 Ähnliche Gedichte entdecken

Dem Fürsten gebühret Gut und Blut

Friedrich Logau


Daß man sey der Obrigkeit schuldig Gut und Blut;
Diese Regel spannt man hoch, zwar sie ist auch gut;
Wann nicht wider Gut und Blut der bedrängten Unterthanen,
Sondern für ihr Gut und Blut Obrigkeit läst fliegen Fahnen.

 Text von Logau drucken
 Ähnliche Gedichte entdecken




Ich warte auf mein Blut

Max Dauthendey


Wie um Kartoffeln, die dumpfen,
Im Keller mit bleichem Keim
Werden die Tage nicht heller,
Kommt mir mein Blut nicht heim.

Mein Blut lief auf die Gassen,
Im Leib war's zu allein,
Es wollte zu seinem Weib
Und in ihr Herz hinein.

Ich liege wie bei Leichen,
Ich warte auf mein Blut,
Das rennt auf Steine sich hart,
Weil in ihm die Sehnsucht nicht ruht.

 Text von Dauthendey drucken
 Ähnliche Gedichte entdecken




Max Dauthendey

Max Dauthendey

Arztbesuch

Andreas Kley


Blut auf der Wurst!
Ich gerate in Panik.
Untergangsstimmung
wie auf der Titanic.
Blut auf der Wurst!
Es lässt mich erbleichen.
Lässt mich erschauern.
Schon rieche ich Leichen.
Blut auf der Wurst!
Nur wenige Wochen.
Dann bin ich tot
und es faulen die Knochen.
Blut auf der Wurst!
Welch schlimme Verkettung.
Warum kein anderer?
Gibt es noch Rettung?

Blut auf der Wurst?
Der Facharzt, er runzelt
schweigend die Stirn,
dann sagt er (und schmunzelt):
Blut auf der Wurst
und Jucken beim Kacken
hab ich auch selber
mal zwischen den Backen.
Blut auf der Wurst:
Kein Grund, sich zu grämen
und sich verzweifelt
das Leben zu nehmen.
Blut auf der Wurst
haben Junge und Greise.
Meistens durch sitzende
Lebensweise.
Blut auf der Wurst.
Du hast Hämorrhoiden.
Troll dich nach Hause
und lass mich in Frieden.
Sieh mich nicht an
wie ein sterbender Wal.
Blut auf der Wurst
hatte jeder schon mal.
Blut auf der Wurst.
Und du dachtest wahrscheinlich,
dass du bald tot bist.

Mein Gott, ist das peinlich.

 Text von Andreas Kley drucken
 Ähnliche Gedichte entdecken




Andreas  Kley

Andreas Kley

 



















Konzept, Gestaltung und Inhalt © B. Ritter - Die Deutsche Gedichte-Bibliothek