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Verwandte Gedichte

 Ebert, Frohsinn. 
 Hartleben, Das Thor 
 Conz, Die Erde im Abendlichte 

 

Frohsinn.

Karl Egon Ebert


Vor meinem Fenster steh’n zwei Apfelbäume,
D’ran weid‘ ich mich so gern im jungen Lenze,
Wie strahlen da die zarten Blütenkränze,
Wie würzt ihr Duft ringsum die blauen Räume.

Im Simmer winken mir mit frohem Reigen
Rotwangig her die glutgereiften Früchte,
Wie spielte da in ros’gem Abendlichte
Der laue Westwind mit den schweren Zweigen.

Und wenn der Herbst hereinbricht, der Verwüster,
Dann mag ich eben gern die Blätter sehen,
Die, bunt gefärbt, vom Wipfel niederwehen,
Und heiter wird‘ ich eh‘, als trüb‘ und düster.

Und wenn der Winter dann mit eis’gen Flocken
Die kahlen Äste silbern überstreuet,
Da träum ich sie von Blüten überschneiet –
So spinn‘ ich Frohsinn mir aus jedem Rocken.

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Karl Egon Ebert

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Das Thor

Otto Erich Hartleben


Aus schwarzem Marmor fügten sie vornacht das Thor
und eines seltnen Stolzes Inschrift gruben sie
auf seine Stirn. Es drängten die Jahrhunderte
an diesen Pfosten sich vorbei, das Haus zerfiel,
das Thor bestand – heut öffnet es die Flügel weit.

Auf diesen alten Schwellen lag manch träger Staub –
heut aber sollen braundurchwobne Purpurdecken
die grauen Quadern tauchen in den Strom der Seide
und einer Herrin wunderzarte Füsse sollen
die grossen Wandelsteine scheu auftretend segnen ...

Es träumt der Herbst sein reiches Fest. Es herrscht am See
der weissen Chrysanthemen spätgeborne Pracht
und jener dunkelrothen Blätter Überfluss,
der wie ein Mantel auf den morschen Mauern liegt –
Wo die Cypressen dort im Abendlichte glühn,
erscheint ihr Grün von Fäden dunklen Golds durchwirkt ...

Die reinen Stufen schreit ich Fragender hinab.

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Otto Erich Hartleben

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Die Erde im Abendlichte

Karl Philipp Conz


Himmlisch entzückest du mich oft, o Erd', am schönsten im Abend-
Lichte, wenn mild es die Stirn dir mit der Glorie krönt.
Weth des Heiligen-Kranzes vom Himmel, o Heilige, bist du;
Denn wer wirkte wie du segnend, und litt auch wie du?

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