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Verwandte Gedichte

 Lingg, Dem Andenken Platens 
 Rudolf Kögel, Zur Erinnerung an den 2. Juli 1807 
 Salus, Festgruß an die Professoren 
 Rudolf Kögel, Festgruß an die Gruppe der positiven Union 

 

Dem Andenken Platens

Herrmann von Lingg

Zur Feier der Enthüllung seines Standbildes

Wär's nicht genug, im Herzen fortzudauern?
Bedürft' er einer andern Huldigung,
Der Genius, als daß die Besten trauern,
Wenn seine Harfe riß in jähem Sprung?
Und doch! Wenn ihm die Welt in frommen Schauern
Den Dank beut eherner Vergötterung,
Ein Bild des Ruhms für tausend Müh'n und Zähren:
Auch das ist schön und gut; laßt sie gewähren!

Die Asche weht im grauen Sturm durch Klüfte
Von Ätna's überschneiten Höh'n herab,
Der Ölbaum kränzt den Schutt verfallner Grüfte
Am Golf, dem Syrakus den Namen gab.
Dort schatten Lorbeern, wehen Blütendüfte
Um eines deutschen Dichters einsam Grab,
Der hier verblutend an langsamen Wunden
Im fremden Land die letzte Rast gefunden.

Nicht hat sein Volk den schwer von Gram Gekränkten
Vergessen, den von innrer Glut zernagt
Zum Süden Stolz und Durst nach Schönheit lenkten,
Da ihm die Heimat, was er bat, versagt.
Doch die ihm dort den freien Blick beschränkten,
Die, selbst als er den höchsten Flug gewagt,
Den Alpenrückweg dunkelnd ihm verschlossen,
Die Wolken jener Zeit, sie sind zerflossen.

Nicht schüchtern mehr, wie zage Jünger, drängen
Um ihren Sänger sich, die ihn gekannt.
Das ganze Volk schon horchet den Gesängen,
Er kam nach Hause, der sich selbst verbannt.
Kein Fremdling ist sein Geist mehr; deinen Klängen,
Ghasel, hat unser Ohr sich zugewandt;
Wir tranken all' am Melodienborne,
Der Platen's Brust entströmt' in Lieb' und Zorne.

Die Lose rollten vor den ernsten Richtern,
Den Jahren, dunkel erst und endlich hell.
Wir nennen ihn mit unsern besten Dichtern:
Des Ostens zarte Glut, der goldne Quell
Des Südens reiften ihn zu immer lichtern
Entfaltungen. Die Kräfte wuchsen schnell
Dem für sein Vaterland, des Ruhmes Wiege,
Entflammten Krieger im Befreiungskriege.

Dem Norden ist die Sehnsucht eingeboren,
Es kennt die Sehnsucht, wer Italien kennt.
Venedigs alter Glanz, heraufbeschworen,
Erfüllt' ihn dort und Meer und Firmament.
Dort zeichnet' er leicht wie den Tanz der Horen
Die Bilder aus Neapel und Sorrent
Und grüßt' im würdevollen Schritt der Alten
Des Lebens und der Unterwelt Gestalten.

Und wie im Chor von Deutschlands besten Söhnen,
Den Helm vom jungen Eichenzweig umlaubt,
Er einst in schüchternen, doch tapfren Tönen
Das Heil der Zukunft sang, das er geglaubt,
So mocht' er niemals sich des Lichts entwöhnen,
Das früh geweckt sein träumend Dichterhaupt,
Und hat in guten wie in schlimmen Tagen
Der Freiheit Banner wie ein Held getragen.

Nun ist's errungen ihm, der treu vor Allen
Als Ringer stand, ein Mal im Strom der Zeit.
Und wenn nun bald, indes die Schleier fallen,
Des Frührots Strahl das Erz verklärend weiht,
Dann wird ein Klang memnonisch ihm entschallen,
Ein hoher Festgruß der Unsterblichkeit,
Und heilig Weh'n wird rauschen in den Zweigen
Der Lorbeern, die auf Platen's Gruft sich ...

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Herrmann von Lingg

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Zur Erinnerung an den 2. Juli 1807

Rudolf Kögel


(Aufhebung der Belagerung von Colberg.)

Willkommen, alte Stadt von gutem Klange,
Bei dem des Knaben Herz einst höher schlug,
Du warst es, die bei Preußens Niedergange
Zuerst gehemmt des Korsen Geierflug.
Es hielt der wall, dahinter furchtlos, keck
Blieb Mut und Stirn der Streiter unzerrieben;
Hoch Gneisenau und Schill, hoch Nettelbeck,
Und hoch mein "Colberg achtzehnhundertsieben!"

Und als dem ersten Lenz die Lerchen sangen
Nach Rußlands Winter und nach Moskaus Brand,
Und als das Kreuz von Eisen aufgegangen
Mit Gott für König und für Vaterland:
Da hat dein Regiment, ein Waffenblitz
Zu Paaren vor sich her den Hemd getrieben;
"Gefluscht" hat's bei Großbeeren, Dennewitz,
Wie einst bei Colberg achtzehnhundertsieben!

Welch andre Zeit, — als Treue ward geächtet,
Als Sturm und Märzreif unsre Felder traf,
Zur Linken Treubruch knechtend und geknechtet,
Zur Rechten Unentschlossenheit und Schlaf.
Da boten deine Söhne Trotz dem Schelm,
Sie waren ganz die alten noch geblieben,
Und in der Hauptstadt prangte stolz ihr Helm
Im Glanz von Colberg achtzehnhundertsieben.

Wieviel der Siege hast du mit erfochten,
Seit Kaiser Wilhelm seine Heere rief,
Wieviele Kränze hast du treu geflochten
Um Heldenstirnen hoch, um Gräber tief.
So lang die Zukunft deinen Namen nennt,
Sei deiner Hahne auch der Sieg verschrieben;
Hoch heut und immer, neuntes Regiment,
Hoch du, mein Colberg, achtzehnhundertsieben!

Kögel stand 1850 als Einjährig-Freiwilliger
bei dem damals in Berlin garnisonierenden
9. Infanterie-Regiment (Colberg). Er widmete
diesen Festgruß dem Regiment zum 4. Juli 1887.

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Rudolf  Kögel

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Festgruß an die Professoren

Hugo Salus


Zum hundertjährigen Jubiläum der
deutschen technischen Hochschule in Prag

Die Menschheit ist ein Kind, horcht gern auf Märchen
Und deutet sie nach Kinderart. O Stolz:
Nach seinem Bilde schuf der Schöpfer Menschen!
Du holdes Märchen! Doch dein tiefrer Sinn
Schafft nicht das Bild des Menschen nach dem Schöpfer
Mit Augen, die da schaun, neugierigem Ohr,
Mit flinken Fingern und gelenkigem Fuß,
Er schuf ihn, daß er schaffe. Und er gab ihm,
Daß er nicht bloß ein Bild des Schöpfers sei,
O tiefrer Sinn, er schuf ihn, daß er schaffe!
So schaut der Mensch und merkt im Sein und Werden
Geheimnisvollen Ryhthmus und Gesetz,
Im Lasten des Gebirgs, im Vogelflug,
Im Blitz, im Wasserbraus, im Sonnenstrahl:
Ein urgewaltiger Ryhthmus füllt die Welt!
O Träumerglück, mit Sinnen ihm zu lauschen!
O Schöpferglück, des Ryhthmus Klang zu meistern! -
Die Menschheit ist ein Kind, horcht gern auf Märchen
Und deutet sie nach Kinderart. Doch klar
Schaun ihre Weisen in das Märchenbuch
Und deuten es den Menschen. Welches Leuchten
Sprüht da aus Augen, deren Schleier fallen,
Welch heiliger Schöpferdrang erfüllt die Brust!
Da wird das Glück des Wollens Tat und Arbeit,
Und Wissen wird zur Frucht und Spiel zur Saat! -
Habt Dank, ihr Meister! Die Unendlichkeit,
Der ihr Gesetze findet, spottet wohl
Der Meilensteine, die der Mensch ihr setzt,
Und hundert Jahre sind ihr wie ein Hohn!
Doch hundert Jahre Arbeit, hundert Eimer
Voll Arbeitstagen in das Meer der Zeit,
Uns Menschen sind sie Grund zu stolzem Zuruf,
Zu Festesjubel und zu Feierklängen -
Und aus dem Jubel nehmt euch gern den Dank!

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Hugo Salus

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Festgruß an die Gruppe der positiven Union

Rudolf Kögel


am Schluß der Generalsynode 30. November 1891.

Die Redner sollen leben,
Die uns mit Wort und Rat
Begeistern und erheben
Zu wohlbedachter That.
Sie bauen mit der Kelle,
Sie hauen mit dem Schwert,
Doch auch des Schweigers Stelle
Ist aller Ehren wert.

Kein Redner könnte zeigen
Den Lorbeer, der ihn schmückt,
Hätt' nicht der Hörer Schweigen
Den Lorbeer ihm gepflückt.
Es fehlte allerwegen
Der Kitt des deutschen Baus,
Schwieg nicht der alte Degen
Moltke sich taktisch aus.

Jakobus preiset jeden
Gern als vollkommnen Mann,
Der langsam ist zum Reden,
Und der schnell hören kann,
Wenn der Synode Zeiger
Auf Gottes Stunde steht,
Wir dankend auch dem Schweiger,
Der anhielt am Gebet.

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Rudolf  Kögel

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