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Verwandte Gedichte |  Kämpchen, An Mira.
 Lenau, Die drei Zigeuner  
 Bechstein, Die Zigeuner   
 Busse-Palma, Junger Zigeuner
| | |  | An Mira.Heinrich Kämpchen Traum der Jugend, so oft geträumt,
Und zerronnen, zerstoben,
Noch beim Nahen der langen Nacht
Hält mich dein Zauber umwoben. –
Wieder lockt und raunt es mich an
Mit dem nämlichen Werben,
Und das alte törichte Herz
Denkt nicht an Welken und Sterben. –
Was verloren ich längst geglaubt
Unter Sorgen und Mühen,
Will, wie die Rose von Jericho,
Neu mir in Schönheit erblühen. –
Wieder schimmernd und schwanenweiß
Seh’ ich Arme mir winken –
Darf ich den Becher, so lockend kredenzt,
Darf ich noch einmal ihn trinken? –
Darf ich auch nur, Mira, dich umkosen,
Wie der Zephir kost um junge Rosen
In verschwieg’nen sommerschwülen Nächten –
Darf ich auch nicht zu den tiefsten Schächten
Deiner Herzensträume niedersteigen,
Muß mich beherrschen auch und schweigen,
Eines, eines darf ich doch dir sagen:
Liebeswunde hast du mir geschlagen,
Und ich kranke an der bittern, harben
Liebeswunde, die nicht kann vernarben. –
- - -
Brächte gern dir rote Rosen
Täglich, stündlich, immer neue –
Möchte dich mit ihrem Dufte
Laben, Mira, und erquicken. –
Und für meine roten Rosen
Raubte ich dir Feuerküsse,
Küsse, die das Herze klopfen
Und die Pulse fiebernd machen. –
Aber ach, du weilst zu ferne,
Kann dir keine Rosen bringen,
Kann nur sehnen, kann nur träumen
Und von deiner Schöne singen. –
- - -
Weißt du, wie Zigeuner lieben?
Ungezügelt, ohne Schranken,
Einzig nur den Flammentrieben
Ihres heißen Herzens folgend. –
Auch Poeten sind Zigeuner,
Schweifend in Phantasus Reiche,
Und sie fühlen und sie lieben
Mit dem Gluthauch der Zigeuner. –
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|  | Die drei ZigeunerNikolaus Lenau Drei Zigeuner fand ich einmal
Liegen an einer Weide,
Als mein Fuhrwerk mit müder Qual
Schlich durch sandige Heide.
Hielt der eine für sich allein
In den Händen die Fiedel,
Spielte, umglüht vom Abendschein,
Sich ein feuriges Liedel.
Hielt der zweite die Pfeif im Mund,
Blickte nach seinem Rauche,
Froh, als ob er vom Erdenrund
Nichts zum Glücke mehr brauche.
Und der dritte behaglich schlief,
Und sein Zimbal am Baum hing,
Über die Saiten der Windhauch lief,
Über sein Herz ein Traum ging.
An den Kleidern trugen die drei
Löcher und bunte Flicken,
Aber sie boten trotzig frei
Spott den Erdengeschicken.
Dreifach haben sie mir gezeigt,
Wenn das Leben uns nachtet,
Wie mans verraucht, verschläft, vergeigt
Und es dreimal verachtet.
Nach den Zigeunern lang noch schaun
Mußt ich im Weiterfahren,
Nach den Gesichtern dunkelbraun,
Den schwarzlockigen Haaren.
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Nikolaus Lenau
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|  | Die ZigeunerLudwig Bechstein Der Landknecht reitet zum Walde
Mit Ober- und Untergewehr.
Er späht nach Vagabunden,
Noch hat er keine gefunden,
Der Landknecht sucht sie sehr.
Dort unter der Buche rasten
Ein Mann, zwei Weiber, ein Kind.
Ihre Haut ist dunkler und bräuner,
Gewiß, das sind Zigeuner!
Der Landknecht reitet geschwind.
„So treff' ich euch, Gesindel!
Nun folgt mir auf der Stell'
Zur Stadt, ins Amt, zum Richter,
Ihr schwarzes Diebesgelichter!"
Der Landknecht ruft es schnell.
Da greift der Mann zur Flinte,
Die Wangen Zornesgluth.
Zwei Schüsse knallen und schallen —
Ein Mann nur ist gefallen,
Der Zigeuner schwimmt im Blut.
Laut heulen die braunen Weiber
Und raufen das Haar sich aus.
„Verflucht! Du Mordgeselle!
Dich treffe der Fluch der Hölle!"
Der Landknecht macht sich nichts draus.
Er läßt sie heulen und fluchen,
Er bindet sie an sein Roß,
Dem Amt sie zu übergeben;
Das Kind lauft wimmernd daneben,
Blut von den Füßen ihm floß.
Der Landknecht fühlt Erbarmen,
Will nicht des Kindes Blut.
Er hebt mit barmherzigen Blicken
Das Kind auf des Rosses Rücken,
„Da reite, Zigeunerbrut!"
Bald winken die Weiber dem Kinde,
Und werfen den Dolch ihm zu.
Das sammelt all' seine Kräfte,
Und stößt den Dolch bis zum Hefte
In des Mannes Leib im Nu.
Der Reiter stürzt vom Pferde
Es ist um ihn geschehn.
Die Weiber hinauf zum Kinde,
Sie reiten geschwinde, geschwinde,
Hat keiner sie wieder gesehn.
Drauf ward, der That zum Gedächtnis
Ein Kreuz in die Buche gehau'n.
Wer alter Sagen will achten,
Mag sich das Kreuz betrachten,
Es ist noch heute zu schau'n.
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Ludwig Bechstein
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|  | Junger ZigeunerGeorg Busse-Palma Mit der Weidenflöte sprang
Er ins Gras und ließ sie klingen.
Tausend junge Falterschwingen
Tanzen nun das Tal entlang.
Plötzlich hält er ein und lauscht.
Brauner Knabe, schlanker Bläser,
Flog die Flöte in die Gräser,
Weil ein Röcklein näher rauscht? -
Falter, seht euch nicht so um!
Morgen mittag tanzt ihr wieder,
Doch die schönsten seiner Lieder
Spielt auch ein Zigeuner stumm!
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