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Verwandte Gedichte

 Tucholsky, Junge Autoren 
 Fontane, Jung-Bismarck 
 Prutz, Freie Presse 
 Fontane, Rekruten-Korporal 

 

Junge Autoren

Kurt Tucholsky


Was sie nur wollen –!
Da schimpfen sie auf die Ollen,
und die sind sticke
und überlassen die ganze Musike
den Jungen,
Und die machen ein Geschrei!
Und es sind alle dabei.

Da sieht man ältere Knaben,
die schon ihre fünfzig auf dem Buckel haben,
in kurzen Hosen umeinanderlaufen;
wenn sie schnell gehen, kriegen sie das Schnaufen –
aber bloß nicht hinten bleiben!
Modern! modern müssen sie schreiben!
Nur nicht sein Leben zu Ende leben –
jung! jung mußt du dich geben!
Bei uns haben sie sonen Bart, der von alleine steht –
oder sie kommen gar nicht aus der Pubertät.

Was sie nur haben –!
Hindert denn einer die jungen Knaben?
Hört doch bloß mal: Die junge Generation!
Na, da macht doch schon!
Es hält euch ja keiner. Als ob uns das nicht frommt,
wenn ein neues Talent geloffen kommt.
Neunzehn Jahre! Was ist dann das schon?
Das ist keine Qualifikation.
Ludendorff war auch mal neunzehn Jahr.
Jung sein ist gar nichts. Es fragt sich, wers war.
Es gibt alte Esel und junge Talente –
Geburtsscheine sind keine Argumente.
Und wenns nicht klappt: es liegt nicht am Paß.
Dann liegts an euch. Könnt ihr was –?

Noch nie hat man sich so um Jugend gerissen.
Direktoren, Verleger warten servil . . .
jeder lauert auf einen fetten Bissen –
Speelt man god. Und schreit nicht so viel.
Wer was kann, der sei willkommen.
Der Rest hat die Jugend zum Vorwand genommen;
das sind – wir wollen uns da nicht streiten –
verhinderte Talentlosigkeiten.

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Kurt Tucholsky

Kurt Tucholsky

Jung-Bismarck

Theodor Fontane


(In Begleitung eines Bildes,
das ihn in seinem 19. Jahre darstellt)

In Lockenfülle das blonde Haar,
Allzeit im Sattel und neunzehn Jahr,
Im Fluge weltein und nie zurück -
Wer ist der Reiter nach dem Glück?
Jung-Bismarck.

Was ist das Glück? Ist's Gold, ist's Ehr',
Ist's Ruhm, ist's Liebe? Das Glück ist mehr,
Noch liegt es im Dämmer, erkennbar kaum.
Aber er sieht es in seinem Traum,
Jung-Bismarck.

Er sieht es im Traume. Was ist, das er sah?
Am Brunnen sitzt Germania,
Zween Eimer wechseln, der eine fällt,
Der andere steigt; wer ist's, der ihn hält?
Jung-Bismarck.

Und neue Bilder: ein Schloß, ein Saal,
Was nicht blitzt von Golde, das blitzt von Stahl,
Einer dem Barbarossa gleicht -
Wer ist es, der die Krone ihm reicht?
Jung-Bismarck.

Was ist das Glück? Ist's Gold, ist's Ehr',
Ist's Ruhm, ist's Liebe? Das Glück ist mehr:
»Leben und Sterben dem Vaterland« -
Gott segne fürder deine Hand,
Jung-Bismarck.

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Theodor Fontane

Theodor Fontane




Freie Presse

Robert Eduard Prutz


Zwanzig Bogen, zwanzig Bogen!
Nun gereckt und nun gezogen,
an den Federn nun gesogen,
bis die zwanzig Bogen voll!
Neunzehn Bogen sind noch sündig,
aber zwanzig machen mündig,
wär' der zwanzigste auch toll!

Nun geplündert, nun gestohlen!
Denn der Zensor hat befohlen,
und der Setzer steht auf Kohlen:
Rasch den zwanzigsten herbei!
Neunzehn Bogen sind gefährlich,
aber zwanzig machen ehrlich,
aber zwanzig machen frei.

Heil'ge Zwanzig! Zu dir bet' ich:
Rätselhaft und wundertätig
macht des Zensors Majestät dich,
und ehre seine Huld.
Zwar das neunzehnte Jahrhundert
steht beschämt und fragt verwundert -
Ja, die Neunzehn hat die Schuld!

Und so läßt es sich erraten:
Unsre Fürsten, unsre Staaten
nehmen als Homöopathen
jetzt die Völker in die Kur,
laßt die Leser sich erbosen!
Wenig Fleisch und lange Soßen,
das ersetzt uns die Zensur.

Schreibt denn nun in Gottes Namen,
schreibt, ihr Herren und ihr Damen,
schreibt, ihr Blinden und ihr Lahmen,
schreibt nach Maß und nach Gewicht!
Zwanzig Bogen zwar sind euer:
aber zwanzig sind zu teuer,
zwanzig Bogen kauft man nicht.

Ja zumal in unseren Tagen,
wo die dampfbeschwingten Wagen
sausend durch die Länder jagen
und es doch an Zeit gebricht:
Zwanzig Bogen - welche Menge!
Zwanzig Bogen - welche Länge!
Zwanzig Bogen liest man nicht!

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Robert Eduard Prutz

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Rekruten-Korporal

Theodor Fontane


In Würzburg, bei den Bischöflichen,
Sind ihm schon sieben Jahre verstrichen;
Seiner Potsdamer Tage, manch liebes Mal
Denkt der alte Korporal.

Auf dem Platze, hart an der Würzburger Brück',
Exerziert er Rekruten vor und zurück,
Zählt und wettert: »Rechten, linken,
Verfluchter Kerl, Speck und Schinken ...«

Ein blutjunger Leutnant, neunzehn schon,
Ärgert sich über den preußischen Ton
Und fährt dazwischen: »Euer Rekrut
Macht alles richtig, macht alles gut.
Ihr versteht nicht den Dienst ...«
Der Alte grient:
» Ich habe dem König von Preußen gedient. «

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Theodor Fontane

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