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 Knapp, Daheimseyn bei dem Herrn 

 

Daheimseyn bei dem Herrn

Albert Knapp

Schon sprechen mächtige Himmelsstimmen:
Es sind die Reiche der Welt unsers Gottes
Und seines Christus geworden!
Von Ewigkeit herrscht er zu Ewigkeit!

Dieß will ich fassen in's bange Herz,
Wenn hier im Fremdlingslande noch
Die Widerwärtigen toben und herrschen,
Und mich die Welt mit Angst umgibt.

Du herrschest mitten unter ihnen,
Du König, eingesetzt von Gott!
Laß, Herr, auch meine Seele ruhen
Unter dem Schatten deines Throns:

Sie dürste nach dir, wie der Hirsch im Walde
Nach frischem Wasser lechzend schreit,
Sie blicke hinauf, und werde gestillet,
Und lebe, seyre, singe Dir!

Denn in Ewigkeit will ich keines Andern,
Als deine seyn!
Und, in Ewigkeit begehr' ich nichts And'res,
Als Gnade von dir!

O daß ich dich liebte,
Wie du mich liebest!
Wie du von Ewigkeit, eh' ich geboren,
Mich geliebet hast! —

Mein König! ich freue mich deiner Siege,
Die herrlicher werden jeglichen Tag!
Vom ersten Orion, bis tief in die Hölle,
Vom Cherub des Throns, bis zum ewigen Lügner,

Muß Alles Dir dienen;
Und eher nahet der Friede nicht,
Bis vor deinem allheiligen Namen
Sich Aller Kniee gebeugt.

Dann wird es, was du vom Throne sprachst:
Siehe, Ich schaffe alles neu!
Dann schaffet dein Hauch den Himmel, die Erde, —
Darauf Gerechtigkeit wohnt.

"Wer meinen Willen thut, bleibet in Ewigkeit!"
Du sprachest's! -> ach, wie den Träumenden
Wird's ihnen seyn, die im Feyerkleide
Zu deinem Abendmahle zieh'n!

Von des Weinstocks neuem Gewächs
Wirst du mit den Geliebten trinken,
Und deine Hand nach alter Weise bricht das Brod;
Sie nehmen hin, und essen an deinem Tisch.

Herab von deinem Stuhle
Fließt der krystallene Strom,
Umschattet von den Lebensbäumen,
Und weiden darf dein Volk sich hier.

Da füllt der Lebendigen Weihrauchschaale
Sich mit des Altares heiliger Glut, —
Opferduft wallet empor, und selig
Schauet das thronende Aug' auf dich!

Auf dich, den Zerstoch'nen,
Den Erstand'nen, Erhab'nen,
Den Versöhner der Schuld, den
Vollender Aller, die hier auf ewig ruh'n.

Aber alle Thronen wischest Du ab;
Kein Wehmuthshauch durchirret die Seligkeit;
Wo man's mit Felsen verschlossen glaubte,
Springt es nun auf wie tönende Quellen;

Wo einzeln Feuereifer und das Schwert
Ohnmächtig abglitt, ist es nun milde,
Und starre Kniee, eherne Nacken weich
Durch der Liebe Flammen geworden.

Viele wie Bränd' aus dem Feuer gerissen,
Die mitten im Tod noch dein Arm umfing,
Oder die lange durch Gram und Nacht
Zur Himmelsheit're sich durchgerungen, —

Und Viele, mit dir verhüllet in Niedrigkeit,
Derer nicht werth war die Welt, -
Die Armen, die Schwachen, "deren sich Gott
Erbarmen sollte" — sie stehen voran mit dir!

"Wie lieblich, o Gott, sind deine Hallen!
Und deiner Altäre duftende Höh'n!
Ein Nest hat die Schwalbe gefunden,
Der Vogel seinen Jungen ein Haus!

"Selig wohnt sich's in deinen Hütten!
Da singen deine geretteten Kinder!
Die Rechte des Herrn ist erhöhet!
Die Rechte des Herrn behält den Sieg!

"Wünschet Jerusalem Heil!
Wohl geh' es Allen, die dich geliebet!
Deine strahlenden Gründe mit neuen Namen,
Deine glänzenden Thore!

"Wo kein Tempel ist, keine Sonne,
Wo du der Tempel, die Sonne bist!
Wo das Siegel Gottes auf unsern Stirnen
Königlich schimmert!

"Süße Weide hast Du uns bereitet,
Und deine Brunnen stießen hell;
Dein Stab, er leitet uns sanftiglich,
Auf deinem Felsen steh'n wir erhöhet!

"Da du sterbend dein Auge geschlossen,
"Thatest du Salems Thor' uns auf! Heil dir,
Niemand reißt uns hinfort
O Lamm, aus deiner starken Hand! " —

Dieß ihr Gesang; er stießt unversiegbar!
Heil den Lippen, daraus er ließt!
Heil den Händen, die ihre Kronen
Niederwerfen vor diesen Stuhl:

O du Schauen der bebenden Wonne,
Wenn sie rückschau'n aufs alte Verderben,
Auf des Todes Abgrund, — und fühlen sich heil,
Durch ihres Königes Wunden heil!

Und blicken mit ewighellen Augen
Hin über Salems leuchtende Zinnen,
Von Eden zu Eden, von Sonne zu Sonne,
Die immer steigt und nimmer fällt!

Denn die Ewigkeit altert nicht,
Faltenlos ist ihre glänzende Stirne!
Und feste Anker tragen,
O Hoherpriester, dein Heiligthum!

Führe mich, Jesu, zu jenen Chören,
Die in's unerschöpfliche Lebensmeer
Selig tauchen und preisend bekennen: —
Grundlos sey es und uferlos:

Die da singen: wie du im ewigen Schmerz
Nicht gewanket und nicht verzaget,
Wie du versankest im letzten Tod,
Und am lebendigen Vater festgehalten;

Wie du geglaubet, geliebt, gefleht,
Wie du sanftmüthig gewesen
Und von Herzen demüthig,
Und fromm und treu.

Unsträflich bist du und ein Fels,
Und kein Böses in Dir!
Lebendig und todt will ich's bekennen,
Daß du der Sohn des Vaters bist!

Ein Gebilde deiner Hände,
Ein Lohn deiner Schmerzen,
Leg' ich mich ewig in deine Hände!
Dein heilig Antlitz fey mein ...

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