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Verwandte Gedichte

 Felix Dahn, Gotentreue 
 Felix Dahn, Die Gotenschlucht 
 Kämpchen, Der Rückzug nach Ravenna. 
 Avenarius, Tejas Heimfahrt 

 

Gotentreue

Felix Dahn


Erschlagen lag mit seinem Heer
Der König der Goten, Theodemer.

Die Hunnen jauchzten auf blut'ger Wal,
Die Geier stießen herab zu Tal.

Der Mond schien hell, der Wind pfiff kalt,
Die Wölfe heulten im Föhrenwald.

Drei Männer ritten durchs Heidegefild,
Den Helm zerschroten, zerhackt den Schild.

Der Erste über dem Sattel quer
Trug seines Königs zerbrochnen Speer.

Der Zweite des Königs Kronhelm trug,
Den mitten durch ein Schlachtbeil schlug.

Der Dritte barg mit treuem Arm
Ein verhüllt Geheimnis im Mantel warm.

So kamen sie an die Donau tief
Und der Erste hielt mit dem Roß und rief:

»Ein zerhau'ner Helm - ein zerspellter Speer: -
Vom Reiche der Goten blieb nicht mehr!«

Und der Zweite sprach: »In die Wellen dort
Versenkt den traurigen Gotenhort:

Dann springen wir nach von dem Uferrand -
Was säumest du, Vater Hildebrand?«

»Und tragt ihr des Königs Kron' und Speer: -
Ihr treuen Gesellen: - ich habe mehr.«

Auf schlug er seinen Mantel weich:
»Hier trag' ich der Goten Hort und Reich!

Und habt ihr gerettet Speer und Kron' -
Ich habe gerettet des Königs Sohn!

Erwache, mein Knabe, ich grüße dich,
Du König der Goten, Jungdieterich.«

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Felix  Dahn

Felix Dahn

Die Gotenschlucht

Felix Dahn


(Valle dei Goti.)

Wo die Lavaklippen ragen
An dem Fuße des Vesuvs,
Durch die Nachtluft hört man klagen
Töne tiefen Weherufs.

Und die Felsen hallen wider
Worte, stolz und ahnungsvoll, -
Fremde, wunderschöne Lieder
Eines Volks, das lang verscholl.

Hirte, Räuber nicht noch Bauer
Dringet in die Bergschlucht ein
Und es schwebt ein banger Schauer
Brütend ob dem dunkeln Stein.

Denn ein Fluch von großen Toten
Lastet auf dem Felsenring:
Und es ist das Volk der Goten,
Das hier glorreich unterging.

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Felix  Dahn

Felix Dahn




Der Rückzug nach Ravenna.

Heinrich Kämpchen


Eine Episode aus der Gotengeschichte.

Durch Nacht und Nebel zieht im Leide schwer
Das Gotenheer, –

Dieselbe Straße, die’s vor Jahresfrist
Gezogen ist. –

Da aber klang noch das Germanenhorn
Voll Kraft und Zorn. –

Da scholl die Losung noch: Nach Rom! Nach Rom!
Zum Tiberstrom! –

Held Witichis zog da voran dem Heer
In Königswehr. –

Nun führt, geschlagen, er den Rest zurück,
Enterbt vom Glück. –

Mit wunden Fängen flieht der Königsaar
Vor Belisar. –

Und seine Goten, die noch nie dem Schwert
Sich abgekehrt, –

Zur Rabenstadt, Ravenna, zieh’n sie hin
Mit düst’rem Sinn. –

Das Gotenreich ist in Italia
Dem Ende nah. –

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Tejas Heimfahrt

Ferdinand Ernst Albert Avenarius


Schwerwölkig auf Kampaniens Golf
Lag dumpfdie Nacht und düster,
Und aus den Fluten murmelt es her
Wie klagender Mannen Geflüster,

Und traurig kosend streichelten
Eine Barke die dunkeln Wogen –
Wer kam, die Fackel in der Hand,
Drauf einsam hergezogen?

Das war ein blondes Germanenweib,
Die sprach zu einem Toten:
„Mein königlicher Vater, bald
Sind wir im Lande der Goten!

Nicht wahr ist’s, dass die Gründe einst,
Die heiligen grünen, die Wiesen,
Die Eichenwälder des Heimatlands
Wir Goten je verließen,

Und dass im Süden wir geherrscht
Unter Orangendüften,
Wo gleißnerisch die Sonne lacht
Aus weibisch weichen Lüften,

Nicht wahr, dass ich der Brüder Heer
Am Bergeshang dort drüben
Von Feindeshänden vernichten sah . . .
Bis du selbst tot geblieben –

Die Träume, Vater, sind verweht,
Die schreckenden, die wüsten:
Das Nordmeer ist’s, das um uns spült,
An unsers Nordlands Küsten!“

Ins Segel schleudert die Fackel sie:
„Das Feuer, siehst du’s grüßen?
Der Julbaum unsrer Heimat brennt . . .
Der Heimat, ach, der süßen!“

Weit durch die Nacht stolz leuchtet‘ es hin
Vom Flammenschein, dem roten.
So trug es hinaus ins große Meer
Den letzten König der Goten.

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Ferdinand Ernst Albert Avenarius

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