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Verwandte Gedichte |  Karl Kraus, Bessere Methode   
 Prutz, Der Minister   
 Petzold, An das Volk
 Hugo Zuckermann, AUSERWÄHLTES VOLK
| | |  | Bessere MethodeKarl Kraus Sie wußten es, sie sagen fest und steif:
das Volk hier ist zur Freiheit noch nicht reif.
Damit das Volk zur Freiheit endlich reife,
zäumt man das losgelassne Pferd beim Schweife.
Es kann das Volk, wer sollt' es nicht begreifen,
nur in der Sklaverei zur Freiheit reifen.
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|  | Der MinisterRobert Eduard Prutz Alles um des Volkes willen!
seht, ich lache selbst im stillen
dieser Bibeln und Postillen
und daß man so gläubig ist:
Ich, für mich, bin Atheist!
Doch das Volk, das Volk muß glauben!
Glauben heißt der Talisman,
dem die Erde untertan:
Wir die Adler, sie die Tauben!
Und das Volk, das Volk muß glauben,
glauben - oder doch so tun.
Täglich in die Kirche laufen,
himmlische Traktätchen kaufen
und mit Jordanwasser taufen,
samt dem christlichen Verein -
Nun, für mich sind's Faselein.
Doch das Volk, das Volk muß beten!
Denkt, o denkt nur den Skandal,
wenn die Bürger auch einmal
gottlos, wie der Adel täten!
Nein, das Volk, das Volk muß beten,
beten - oder doch so tun.
Ja, wenn ich es recht ermesse,
kann vielleicht sogar die Presse
für Beamte und Noblesse
schon ein wenig freier sein.
Aber für die andern? Nein!
Nein fürwahr, das Volk muß schweigen.
Wer gehorchen will, sei stumm;
schweigend wird das Publikum
stets sich am loyalsten zeigen:
Drum das Volk, das Volk muß schweigen,
schweigen - oder doch so tun.
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Robert Eduard Prutz
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|  | An das VolkAlfons Petzold O Volk, du Masse,
bis in die Tiefe deiner Welt
aufgerissen von den Eberzähnen der Zeit;
du schwarzes Heer der Gasse,
halte an dich, wenn auch dein Auge fällt
auf dein vor dir hoch aufgeworfenes Leid.
O Volk, du Masse,
all deine vergangenen Nächte und Tage,
da du Not littest, erduldetest schmachvolle Pein,
vergiß sie, o Volk, und lasse
sie hier auf Erden nimmer gewesen sein.
O Volk, du Masse,
recke dich auf und fasse
den Hammer, nicht zu vernichtendem Schlage
auf irgendeines armseligen Menschen Gebein,
sondern er möge fallen
in deinen Stuben und Hallen
mächtig auf deinen Stahl, dein Holz und Gestein!
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Alfons Petzold
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|  | AUSERWÄHLTES VOLKHugo Zuckermann Ein Volk von Priestern sollst du sein
Und segnend deine Hände breiten,
Du sollst dem Hochgebenedeiten
Die Erstlingsfrucht des Feldes weihn.
Ein Volk von Helden sollst du sein
Und mit dem Schwert die Hüften gürten.
So sollst du, wie Judäas Hirten,
Das Ahnenland vom Feind befrei'n.
Ein Volk von Sängern sollst du sein,
Und deiner Väter Siege künden;
Sollst hoch am Berg die Feuer zünden
Und sing' mit Harfen und Schalmei'n.
Ein Volk von Juden sollst du sein:
Stolz, stark und treu wie deine Ahnen.
Im Winde flattern deine Fahnen,
Jung-Juda! Halt sie hoch und rein!
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