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Verwandte Gedichte

 Mayer, Verschiedne Anlage 
 Rudolphi, Des Morgens 
 Hebbel, Die Unschuld 
 Mayer, Kind und Greis 

 

Verschiedne Anlage

Karl Mayer


Der holden Blumen blickt nicht jede
Mit freiem Haupt in’s Sonnenlicht.
Das blaue Glöcklein ach! wie blöde
Senkt es ins’s Gras sein Angesicht!
Die Blicke muss es niederschlagen,
Die andre in die Glorie wagen.

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Des Morgens

Karoline Rudolphi


Da bist du ja, du gute Sonne, wieder,
So hold als ich dich gestern sah,
Blickst all so gut, so freundlich auf mich nieder. -
Und ich - ich bin auch wieder da.

Kann dich gehüllt im Stralenmantel sehen,
Herauf den schönen blauen Pfad,
In aller Glorie des Himmels gehen,
Womit dich Gott bekleidet hat.

Kann, wie durch deines großen Schöpfers Milde
Du Leben um dich breitest, sehn,
Sehn, wie rund um die traurenden Gefilde
Bey deinem Anblick lächelnd stehn;

Kann, so wie du, mit liebevollem Blicke
Auf Gottes schöner Schöpfung ruhn,
Kann auch zu seiner lieben Menschen Glücke
Mein kleines Theil noch heute thun.

Nur so wie du, ein Segen seiner Erden,
Du großes wunderbares Licht!
Wie du, voll Himmelskraft, wohlthätig werden,
Dies, liebe Sonne, kann ich nicht.

Doch kann ich deinen guten Schöpfer oben,
Den großen Quell von deinem Licht,
Mit dieser meiner Menschenseele loben,
Und dies, o Sonne, kannst du nicht.

Daß ich dies kann - ja, es ist Himmelswonne!
Ich tausch um allen deinen Glanz,
Um deine Glorie, du große Sonne,
Nicht einen Stral aus meinem Kranz.

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Karoline Rudolphi

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Die Unschuld

Friedrich Hebbel


Sie ist nicht, daß sie ewig lebe,
Sie soll nur einen Tod erwerben,
Der sie mit Glorie umgebe,
Drum muß sie an der Liebe sterben.

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Kind und Greis

Karl Mayer


Es scheint der Unschuld Glorie
Durch’s goldne Knabenhaar.
Gott gebe, sie durchschimmerte
Es immer sonnig klar!

Wie froh das Kind den Greis umhüpft
Des Silberhaare lind
Bald legt, bald sparsam wieder lüpft
Ein sanfter Herbsteswind!

Kind, stehst du einst der Glorie bar
Auf deinem Weg zur Gruft,
So flattre dir durch’s dünne Haar
Doch noch der Hoffnung Luft!

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Karl Mayer

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