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Verwandte Gedichte

 Rilke, Das Rosen-Innere 
 Dauthendey, Es war einmal ein Tag, wo der Boden nicht brannte 
 Grün, Bundeslied 
 George, An die Kinder des Meeres - I. 

 

Das Rosen-Innere

Rainer Maria Rilke


Wo ist zu diesem Innen
ein Außen? Auf welches Weh
legt man solches Linnen ?
Welche Himmel spiegeln sich drinnen
in dem Binnensee
dieser offenen Rosen,
dieser sorglosen, sieh:
wie sie lose im Losen
liegen, als könnte nie
eine zitternde Hand sie verschütten.
Sie können sich selber kaum
halten; viele ließen
sich überfüllen und fließen
über von Innenraum
in die Tage, die immer
voller und voller sich schließen,
bis der ganze Sommer ein Zimmer
wird, ein Zimmer in einem Traum.

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Rainer Maria Rilke

Rainer Maria Rilke

Es war einmal ein Tag, wo der Boden nicht brannte

Max Dauthendey


Es war einmal ein Tag, wo der Boden nicht brannte,
Wo ich Dich Sorglose als Sorgloser grüßte,
Wo ich Dich Namenlose zum letzten Mal nannte,
Und dieser Tag geht jetzt niemals zur Rüste.

Ich ahnte nicht, welcher Fluch mir da drohte.
Nicht, als ich bewillkommte Deine glitzernden Haare,
Daß unter meinen Fingern eine unbeweinte Tote,
Eine Ebengestorbene, und mein Herz eine Bahre.

Wie der Hochsommertag, aufgegangen in Bläue,
Lebte ich unendlich bis ans Ende der Erde.
Sprach das Wort "Liebe" aus und das Wort "Treue",
Wie Namen von Hausgerät am ererbten Herde.

Wußte nicht, daß da Tage ohne Gnade hinleben,
Wußte nicht, daß da Tage jeden Tag überragen,
Und jener, der will keinen Abend nie geben,
Ich muß ihn noch schlaflos durch Nächte hintragen.

Seit jenem ist um mich ein Herbsten für immer,
Und von allen Tagen erkenn' ich das Ende,
Auf jüngsten Gesichtern den alternden Schimmer,
Und die Todesstunde im Druck aller Hände.

O, daß ich noch einmal vom Sorglosen wüßte,
Von grimmigen Worten nur ohne Tat!
Niemals geht der endlose Tag zur Rüste,
Dessen Fluch den unsterblichsten Körper hat. -

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Max Dauthendey

Max Dauthendey




Bundeslied

Anastasius Grün


Nicht mit Spießen, Mörsern, Stangen
Ziehn wir in den heil’gen Streit;
Mag nach solchen Waffen langen,
Wer nicht bessre hält bereit!

Nicht ist in der Burg von Steine
Uns verschanzt der Heeresbann,
Nein, im Busen drin die seine
Schirmt wohl auch der einz’le Mann.

Dem sorglosen Feind beim Becher
Senden wir nicht Dolch und Gift;
Sonnenstrahl ist unser Rächer,
Weh, wen der ins Herz nicht trifft!

Nicht ein Streit um Landesmarken
Und um irdisch Gut und Blut,
Nein, uns macht zum Kampf erstarken
Ein unsterblich, göttlich Gut!

In dem dunklen Bauch der Berge
Suchet unser Zeughaus nicht,
Denn nicht sind Kobold’ und Zwerge
Lehrer uns in Recht und Pflicht.

Klimmt zu höchsten Bergesspitzen,
Dann vor euch im Sonnenstrahl
Seht ihr golden, silbern blitzen
Unser großes Arsenal.

Lichteswaffen, die kein Meister
Ird’scher Zunft euch schmieden darf,
Und womit der Herr der Geister
Einst die sünd’gen Engel warf;

Bundsgenossen, die entraffen
Uns kein Kerker mag, kein Schwert!
Fielen wir, stehn sie in Waffen
Unserm Recht noch, unversehrt.

Unsre Losung, hört sie schallen
Leis und laut im Lüftezug!
Vorwärts! rauscht der Strom im Wallen,
Vorwärts! dröhnt die Wolk’ im Flug.

Der Gedanke, der uns bündet,
Siegreich schwebt er ob dem All,
Dort als Nordens Licht entzündet,
Hier im Bergschacht als Kristall.

Aus des Vogels Kehle drängt er
Sich als Lied im Lüfteraum,
Und verwandelt wieder hängt er
Dort als Blüthenreis am Baum.

Wie ein süß Geheimniß spendet
Flüsternd ihn der Wiesenbach,
Doch als Donnerpredigt sendet
Ihn der Katarakt euch nach.

Ja der Blitz selbst, nachtentsprungen,
Wenn er durch die Wolken bricht,
Stottert nach mit trunknen Zungen
Gottes Wort: Es werde Licht!

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Anastasius Grün

Anastasius Grün

An die Kinder des Meeres - I.

Stefan George


Einst mir verehrt und gastlich · dann gemieden
Vergelten nun die vielgesichtigen wogen
Die lange scheu? dass sie die sinne lenken
Mitläufer sind dies ganze stück der fahrt?
Du der in öden strassen · quälend glück
Vor uns erschienst · als wunder zu verstehen ·
Kamst von den buchten wie der Nächste Liebste
Wo wälder bis ans wasser ziehn wo früher
Goldperlen trieben unerforschter welt..
Und um die nördlich harte stirne spielt
Und in dem kühlen aug · ein schattenquell ·
Zuckt dir entrücktester verbotner traum
Weil ein geschick dein kinderhaupt gewiegt
In schwanker schiffsnacht und im fabelland.
Sorglosen gangs schleppst du geheime kette
Entziehst dich uns und gibst nur froh vertraun
Dass das geweihte blut der licht-gehaarten
Noch pulst in süss unsinnigem verschwenden.
Seefahrend heil und sucht des abenteuers
Reisst dich - den heftigen zauber frommer tage -
Aus unseren augen auf das fernste meer.

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Stefan George

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