Gedichte: Arnim  Busch  Eichendorff  Goethe  Heine  Heym  Lessing  Morgenstern  Rilke  Ringelnatz 

Gedichte


Gedichte » Dichter () » » » Verwandte Gedichte


GEDICHTE
Neue Gedichte
Selten gelesen
Gedicht finden
Themen & Zeiten
Zufallsgedicht
Dichtergalerie
REDAKTION
Gästebuch
Gedicht des Tages
Veröffentlichen
Häufige Fragen
Kontakt
Impressum /
Datenschutz

WISSEN
Fachtermini

  

Verwandte Gedichte

 Heine, Sie küßten mich mit ihren falschen Lippen 
 August Auch, Adolph VII., Graf von Berg - III. 
 Felix Dahn, Vom verschollenen Grafen 
 Simrock, Der Affe zu Dhann 

 

Sie küßten mich mit ihren falschen Lippen

Heinrich Heine


Sie küßten mich mit ihren falschen Lippen,
Sie haben mir kredenzt den Saft der Reben,
Sie haben mich dabei mit Gift vergeben -
Das taten mir die Magen und die Sippen.

Es schmilzt das Fleisch von meinen armen Rippen.
Ich kann mich nicht vom Siechbett mehr erheben,
Arglistig stahlen sie mein junges Leben -
Das taten mir die Magen und die Sippen.

Ich bin ein Christ - wie es im Kirchenbuche
Bescheinigt steht - deshalb, bevor ich sterbe,
Will ich euch fromm und brüderlich verzeihen.

Es wird mir sauer - ach! mit einem Fluche
Möcht ich weit lieber euch vermaledeien:
Daß euch der Herr verdamme und verderbe!

 Text von Heine drucken
 Ähnliche Gedichte entdecken




Heinrich Heine

Heinrich Heine

Adolph VII., Graf von Berg - III.

August Auch


Des Grafen Ketten brachen. — O armer freier Mann!
Er saß in seinem Schlosse in finstrer Schwermuth Bann.
Jetzt ist er leidentbunden von sanfter Todeshand,
Und um den Edlen trauert das ganze Bergeland.

Und in den prächt'gen Hallen, die Zeugen schöner Zeit,
Weilt nun die Gräfin klagend in öder Einsamkeit;
Das sind die trüben Stunden, wo ihr das Schicksal sagt:
Es weint die Fürstentochter, wie jede andre Magd!

"Bringt mir den lieben Tobten zum Kloster dort hinab,
Da, wo die Frommen beten, da sei sein heilig Grab.
Auch ich will dort nun wohnen und trauern, fern der Welt,
Bis an des Gatten Seite mir wird mein Todtenzelt!"

So sprach die bleiche Gräfin. - Die Trauerglocke hallt
Zu Griifrath von dem Thurme; es weint mit ihr der Wald.
Und drinnen in dem Kloster bei Sang und Blumenduft,
Senkt man den besten Grafen von Berg in seine Gruft. **)


*) In der Schlacht bei Woringen gerieth
der Erzbischof in Adolphs Gefangenschaft.

**) Nach Andern ist Adolphs Gruft in der
Collegialkirche zu Düsseldorf.

 Text von August Auch drucken
 Ähnliche Gedichte entdecken




Vom verschollenen Grafen

Felix Dahn


Es ritten drei Grafen langsam durch den dunkeln Buchenwald,
Sie zogen, das Grab des Heilands zu lösen aus Heidengewalt.

Da hörte der Jüngste sich rufen beim Namen und schaute zurück:
»Was reitest du, Harald, mein Harald, vorüber an deinem Glück?«

Und nur so kurz als ein Pulsschlag aus dem Dickicht ein Ton erklang,
Als ob alle Nachtigallen auf Erden vereint ihren Sang.

Und nur so kurz als die Wimper sich heben und senken kann
Erschaut er die Waldfee liegen: – – er war ein verlorener Mann.

Mit Schweigen stieg er vom Pferde, auf den Sattel die Waffen er band,
Einen leisen Schlag zum Abschied und das Rößlein trabte ins Land.

Graf Harald trat in das Dickicht: – die Zweige über ihn her –
Verloren, verschwunden, verschollen: – kein Auge sah ihn mehr.

 Text von Felix Dahn drucken
 Ähnliche Gedichte entdecken

Der Affe zu Dhann

Karl Simrock


"Die Wiege leer, des Grafen Kind
Hinweg, ich arme Frau!
Der Vater schlägt mich lahm und blind,
Der Raugraf ist so rauh.

"Zigeuner wohl, da kurze Frist
Ich nickte, trugens fort,
Und wo der Wald am tiefsten ist,
Da sei mein Zufluchtsort."

Und wo der Wald am tiefsten war,
Im eichenstarren Soon,
Des Grafen Affe pflegt fürwahr
Geschickt des Grafen Sohn.

Er bringt ihm Aepfel, die er fand
Dort vor des Waldes Saum,
Und süßer Beeren allerhand
Und Honig aus dem Baum.

Wiegt ihn in Schlaf auf seinem Schooß
Ganz nach der Amme Brauch,
Macht ihm ein Nett aus weichem Moos,
Sitzt dann und schlummert auch.

Da nimmt die Frau den Knaben froh
Und trägt ihn heim geschwind;
Im Schloße war schon ein Hallo
Um das verlorne Kind!

"Hier ist der Jung', er war im Wald;
Der Affe, der ihn stahl,
Er kommt wohl auch, der Schläfer bald,
Erwacht er nur einmal.

"Er hat mir Alles nachgemacht
Genau, wie ers geschaut;
Nur halt ich immer beßre Wacht
Und schnarche nicht so laut."

Des Grafen und der Gräfin Pein
War da in Lust verkehrt,
Dem Affen setzten sie in Stein
Ein Mal, das heut noch währt.

Hier hält er vor dem Saal zu Dhann
Dem Kind den Apfel hin;
Doch warum ward nicht ausgehaun
Die fleißge Wärterin?

 Text von Simrock drucken
 Ähnliche Gedichte entdecken




Karl Simrock

Karl Simrock

 



















Konzept, Gestaltung und Inhalt © B. Ritter - Die Deutsche Gedichte-Bibliothek