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Verwandte Gedichte

 Marie Itzerott, Siehst du die Nacht? 
 Grüneisen, Es war ein Wald von Tannen... 
 Rilke, Die hohen Tannen atmen heiser 
 Kempner, Wollte Gott 

 

Siehst du die Nacht?

Marie Itzerott


siehst du die Nacht dort durch die Tannen schleichen?
Nun glühe schöner, goldnes Himmelsthor,
Stimm an dein süß‘tes Lied, du Vogelchor,
Ihr Felsen schimmert in das Blau empor,
Eh' über euch die feuchten Schatten streichen.

Siehst du die Nacht dort durch die Tannen schleichen?
Nun leuchte wärmer, goldne Tageshelle,
Zieh' bunte Kreise, lichte Sonnenwelle,
Und tanz' im Moos und in des Bach's Gefälle,
Eh' deine Zauberstrahlen still erbleichen.

Siehst du die Nacht dort durch die Tannen schleichen?
Nun schau' noch einmal du mich liebend an,
Eh' sie dich zieht aus meiner Augen Bann,
Und eh' ich fühle, daß ein Traum zerrann,
Ein Märchentraum aus fernen Wunderreichen!

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Es war ein Wald von Tannen...

Carl Grüneisen


Es war ein Wald von Tannen,
Die wölbten sich zum Dach;
Da gingen wir zusammen
Langsam den andern nach.

Da sprachen wir zusammen-
Wann war ich je so froh?
Da sangen wir zusammen -
Wann sang ich wieder so?

Da schauten wir einander
So tief ins Aug´hinein;
Und sollten nicht die Herzen
Sich auch begegnet sein?

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Die hohen Tannen atmen heiser

Rainer Maria Rilke


Die hohen Tannen atmen heiser
im Winterschnee, und bauschiger
schmiegt sich sein Glanz um alle Reiser.
Die weißen Wege werden leiser,
die trauten Stuben lauschiger.

Da singt die Uhr, die Kinder zittern:
Im grünen Ofen kracht ein Scheit
und stürzt in lichten Lohgewittern, -
und draußen wächst im Flockenflittern
der weiße Tag zur Ewigkeit.

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Wollte Gott

Friederike Kempner


Die dunkelgrünen Tannen
Auf grünem Rasenland,
Darüber Sonnenstrahlen
Und Himmel ausgespannt.

Die Sonne ist gesunken,
Die Senner gehn nach Haus,
Zerlumpte, bleiche Leute,
Sie sehn gespenstig aus.

Ihr schönen grünen Tannen,
Ihr glänzt im Abendrot,
O wollte Gott, es hinge
An euren Zweigen Brot!

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Friederike Kempner

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