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Verwandte Gedichte

 Logau, Trau, schau, wem! 
 Norbert van Tiggelen, Tunnelblick 
 Castelli, Wunsch und Entsagung 
 Fallersleben, Heute mir, morgen dir 

 

Trau, schau, wem!

Friedrich von Logau


Trau, schau, weme! Gotte trau;
In der Welt hingegen, schau!

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Tunnelblick

Norbert van Tiggelen


Schau doch ruhig nach vorne,
dreh Dich bloß nicht um,
wirst so niemals erkennen,
die Welt, sie bringt sich um.

Schau doch nicht nach rechts,
dann könnte es passieren,
dass Du Kinder spielen siehst,
die elendig krepieren.

Schau doch nicht nach links,
da sieht’s nicht besser aus,
dort erblickst du Menschen,
die geben Blut Applaus.

Schau doch nicht nach hinten,
dann würdest Du noch lernen,
dass wir uns seit langer Zeit,
vom Herrgott stets entfernen.

Hast Du auch noch taube Ohren,
dann nicht zu Dir dringt,
dass der Vogel auf dem Ast,
sein letztes Lied bald singt.

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Norbert van  Tiggelen

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Wunsch und Entsagung

Ignaz Franz Castelli


Wenn ich die Blümlein schau',
Wünsch' ich mir eine Frau;
Selten blüht eins allein,
Muß bei dem andern seyn;
Blum' in der Au
Hat eine Frau.

Wenn ich die Vöglein schau',
Wünsch' ich mir eine Frau;
Schnäbeln herzinniglich
Auf jedem Bäumchen sich;
Vöglein im Blau
Hat eine Frau.

Wenn ich die Fischlein schau',
Wünsch' ich mir eine Frau;
Schwimmen im Silberbach
Eines dem andern nach;
Fischelein grau
Hat eine Frau.

Rundum wohin ich schau
Überall Mann und Frau,
Theilen so Schmerz als Lust,
Sich ihres Ziels bewußt,
Wird mir wohl flau,
Möcht' eine Frau.

Wenn ich die Frauen schau',
Wünsch' ich mir keine Frau;
Tragen nicht Freuden ein,
Konnten ganz anders seyn;
Geh' nicht zur Trau,
Mag keine Frau!

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Ignaz Franz Castelli

Ignaz Franz Castelli

Heute mir, morgen dir

Hoffmann von Fallersleben


Nichts will bei uns mehr gehen,
weil wir auf‘s Stehen nur sehen,
drum lassen wir auch unsere Heere stehen.

Nur ihnen ist zu danken,
daß wir in unseren Schranken
nicht kommen in ein mißlich Schwanken.

Doch steht vor diesen Heeren,
Leibwachen mit Gewehren,
ein groß Gedankenheer mit Schwert und Speeren.

Wenn beide sich bekriegen,
wer wird von beiden siegen ?
Die Gedanken stehen, und unsere Heere fliegen.

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Hoffmann von Fallersleben

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