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Verwandte Gedichte

 Müller-Jahnke, In Tränen 
 Zincgref, Adonis Nachtklage 
 Kämpchen, Heinrich Heine. (II) 
 Klabund, Adonis 

 

In Tränen

Clara Müller-Jahnke


Die Fliederblüten fallen.
Und wieder ist ein Lenz dahin
mit seinen Träumen allen.

Vom Meere wehr ein sanfter Wind
und singt die Schlummerlieder
den Freuden, die entschlafen sind.

Nun blühn ja wohl die Rosen -
und unterm dichten Laubendach
die Turteltauben kosen.

Ich seh es nicht, ich weiß es kaum:
vor meinem Blick, ein Schleier,
liegt ein gestorbner Traum.

Ein feuchter Tränenschleier
hängt zitternd überm Rosenhag
und wandelt mir den Sommertag
zur düstern Totenfeier.

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Clara Müller-Jahnke

Clara Müller-Jahnke

Adonis Nachtklage

Julius Wilhelm Zincgref


Adonis Nachtklage vor seiner Liebsten Thür

Nach dem Englischen.

Mag denn, ach Schätzelein,
Von euch keiner Gnaden Schein
Widerfahren mir,
Der ich lieg' vor eurer Thür
Und netze diese Schwell'
Mit manchem Thränenbach,
Die ich doch wieder schnell
Mit Seufzen trocken mach'?

So manches Tröpfelein
Kann erweichen einen Stein,
Euer steinen Herz
Kann erweichen gar kein Schmerz.
So komme denn, o Tod,
End' mir das Leben mein
In dieser harten Noth,
Darin ich leide Pein.

Richten darf man mir
Keine Marmor Grabeszier,
Nur ein' Wasen klein
Soll bedecken mein Gebein,
Mit diesen Worten grün:
Der hier zu Tode blieb,
Den hat gebracht dahin
Sein' Treu' und große Lieb'.

Aus mir dann jährlich
Rothe Röslein lieblich,
Auch Vergiß nicht mein
Wachsen wird, und Rosmarein,
Draus manch verliebtes Herz
Zurück ein Sträußelein,
Damit in Liebesschmerz
Verehr' den Liebsten fein.

Adonis Treu' wird sein
Berühmet weit und breit,
Euch aber wird die Pein
Der Rache sein bereit.

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Heinrich Heine. (II)

Heinrich Kämpchen


Zur 50jährigen Totenfeier.

Dem Dichter, dem im eig’nen Vaterlande
Bis heute noch kein Denkmal ist errichtet,
Dem Dichter, der die Lorelei gedichtet,
Der einsam schläft am fernen Seinestrande. –

Dem großen Sänger, dem, zu Deutschlands Schande,
Die Fremde nur den Ruhmesstein geschichtet,
Der sich die Welt zu ew’gem Dank verpflichtet
Mit seiner Lieder genialem Brande. –

Zur Totenfeier will ich diese Zeilen
Mit anderen, die gottbegnadet singen,
Bescheiden ihm als Opfergabe bringen.
Und einmal wird auch hier die Nacht enteilen,
Die jetzt noch dräuend auf dem Toten lastet,
Der, fern der Heimat, in der Fremde rastet. –

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Adonis

(Alfred Henschke) Klabund


Als Phöbos Apollon dich sah,
Adonis,
Ergriff seine Seele ein seliger Schmerz.
Nicht freute ihn der Gesang der Mysten
Und nicht das Opfer im ragenden Heiligtum.

Er trat als Bettler staubig vor die Sibylle,
Die weissagende,
Und sprach:
Sage mir das Geschick des Knaben Adonis!

Die heiligen Nebel wallten,
Die süssen Düfte strömten,
Die Pythia sprach:
Der Knabe Adonis wird sterben
An Liebe, die zu heftig liebt.

Da ging der Gott und ging durch die seufzenden Fluren
Und schritt in seinen Tempel
Unerkannt
Und setzte sich auf die steinernen Stufen
Und weinte
Das bärtige Gesicht wie ein Igel
Im Strauchwerk der Hände versteckt.
Als er das Antlitz hob,
Waren seine Hände
Voller Perlen.

Hephästos reihte sie
Zu einer Kette.
Die brachte Hermes dem Knaben,
Als er die Ziegen weidete am Taygetos,
Und hing sie ihm um den Hals,
Die Tränen des Gottes.

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