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Verwandte Gedichte

 Bötticher, Die Schatzgräber. 
 Eichendorff, Der Schatzgräber 
 Karl Hermann Schauenburg, Pfingsten 
 Goethe, Der Schatzgräber 

 

Die Schatzgräber.

Georg Bötticher


Bei Fussingen giebt's einen Platz,
Da gruben Drei nach einem Schatz.
Schon blinkte aus der Erde hold
Ein Kessel voll gemünztem Gold . . .
Die Dreie schaufelten mit Fleiß,
Doch schweigend, denn ein jeder weiß:
Fällt bei dem Graben nur ein Wort,
So rückt der Kessel – und ist fort.
Das Wichtigste ist drum: nicht sprechen!
Mit keinem Laut das Schweigen brechen!
(Was eine Frau schon gar nicht kann
Und schwierig bleibt selbst für den Mann,
Denn allzeit legt der Teufel Schlingen,
Ein Wörtchen aus ihm 'rauszubringen,
Und sollt's ein noch so kleines sein!)
So macht er's auch mit diesen Drein:
Ein Wagen fuhr geschwind vorbei . . .
Stillschweigend sahen ihn die Drei.
Vorüber jagte wild ein Reiter . . .
Die Dreie gruben schweigend weiter.
Da humpelte aus nahem Wald
Ein Weib heran, gekrümmt und alt,
Und frug so im Vorübergehn:
»Habt ihr den Wagen nicht gesehnt
Und saht ihr auch nicht einen Reiter?« . . .
Stumm schaufelten die Dreie weiter.
»Na,« sprach die Alte, »laßt es sein!
Die Zweie hol ich balde ein,
Wenn ich mich auf die Beine mache« . . .
Da kam dem Einen eine Lache:
»Ei, Mutter« – Ratz!
Weg war der Schatz . . .

* * *

Was selbst dem Teufel nicht gelingt,
Ein altes Weib doch fertig bringt.

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Georg Bötticher

Georg Bötticher

Der Schatzgräber

Joseph Freiherr von Eichendorff


Wenn alle Wälder schliefen,
Er an zu graben hub,
Rastlos in Berges Tiefen
Nach einem Schatz er grub.

Die Engel Gottes sangen
Derweil in stiller Nacht,
Wie rote Augen drangen
Metalle aus dem Schacht.

»Und wirst doch mein!« und grimmer
Wühlt er und wühlt hinab,
Da stürzen Steine und Trümmer
Über dem Narren herab.

Hohnlachen wild erschallte
Aus der verfallnen Kluft,
Der Engelgesang verhallte
Wehmütig in der Luft.

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Joseph Freiherr von Eichendorff

Joseph Freiherr von Eichendorff




Pfingsten

Karl Hermann Schauenburg


Mein Stern rief mich nach still entlegenem Haus,
Ich folgte, bis ich dich, Geliebte, fand;
Nun ruhe ich von all den Qualen aus,
Die ich im Irrsal dieser Welt empfand.

O diese Welt! — Sie schien so groß und reich,
So werth, daß ich mich gern ihr ganz ergab;
Doch mußt' ich sehn, sie ist der Täuschung
Reich Und für die Herzen hat sie nur ein Grab.

Sie zieht uns hin und her, und her und hin,
Sie giebt die Schätze nicht, die sie verheißt;
Nur zum Entsagen zwingt sie unsern Sinn,
Zum Zweifeln und Verzweifeln unfern Geist.

Schatzgräber um die Wahrheit, grabe nicht
Im Weltrevier, wo man auf Gräber stößt;
Nach Herzensglück und nach der Wahrheit Licht
Such' in der Liebe, die von Qual erlöst.

Fahr hin, o Welt, Trugbild, das ich erkannt,
Gerettet ist mein Herz von deinem Zwang,
Umschlungen ist es von der Liebe Band,
Durchdrungen ist's von himmlischem Gesang.

O Stern, der mir geleuchtet, leuchte fort,
Auch ihr Stern warst du, bleibe unser Stern;
Du bist der Liebe und des Lichtes Hort,
Das Pfingstsymbol der Jünger unsres Herrn.

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Der Schatzgräber

Johann Wolfgang von Goethe


Arm am Beutel, krank am Herzen
Schleppt’ ich meine langen Tage.
Armut ist die größte Plage,
Reichtum ist das höchste Gut!
Und, zu enden meine Schmerzen,
Ging ich, einen Schatz zu graben.
Meine Seele sollst du haben!
Schrieb ich hin mit eignem Blut.

Und so zog ich Kreis’ um Kreise,
Stellte wunderbare Flammen,
Kraut und Knochenwerk zusammen:
Die Beschwörung war vollbracht.
Und auf die gelernte Weise
Grub ich nach dem alten Schatze
Auf dem angezeigten Platze;
Schwarz und stürmisch war die Nacht.

Und ich sah ein Licht von weiten,
Und es kam gleich einem Sterne
Hinten aus der fernsten Ferne,
Eben als es zwölfe schlug.
Und da galt kein Vorbereiten;
Heller ward’s mit einem Male
Von dem Glanz der vollen Schale,
Die ein schöner Knabe trug.

Holde Augen sah ich blinken
Unter dichtem Blumenkranze;
In des Trankes Himmelsglanze
Trat er in den Kreis herein.
Und er hieß mich freundlich trinken;
Und ich dacht’: es kann der Knabe
Mit der schönen lichten Gabe
Wahrlich nicht der Böse sein.

Trinke Mut des reinen Lebens!
Dann verstehst du die Belehrung,
Kommst mit ängstlicher Beschwörung
Nicht zurück an diesen Ort.
Grabe hier nicht mehr vergebens!
Tages Arbeit, Abends Gäste!
Saure Wochen, frohe Feste!
Sei dein künftig Zauberwort.

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Johann Wolfgang von Goethe

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