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Verwandte Gedichte

 Salus, Notturno aus dem Forsthaus 
 Ludwig Palmer, Wald-Idylle 
 Adolf Ey, Schluft 
 Otto Weddigen, Im Forsthause. - III. 

 

Notturno aus dem Forsthaus

Hugo Salus


Mit Träumersinnen, die der Schlummer flieht,
Lieg' ich im Mondschein aufgestützt im Bette.
Das Bächlein murmelt und ich starre müd'
Auf des Gebirges ernste Silhouette.

Der trotzigen Windsbraut Jungfernreigen zieht
Im Walde hinterm Haus zur Hochzeitsmette,
Da stöhnt der Wald und rauscht sein dunkles Lied,
Und, jäh erwacht, zerrt Pluto an der Kette.

Und so, Natur belauschend, fühl' ich bang,
Und fühl's zum erstenmal in meinem Leben -
Wie traurig ihrer Riesenharfe Klang;

Wie melancholisch ihre Saiten beben,
Wie, Mutter, schmerzlich deine Melodein ...
Und tiefaufseufzend schlaf' ich lächelnd ein...

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Hugo Salus

Hugo Salus

Wald-Idylle

Ludwig Palmer

Träumend liegt ein müder Wandrer
Dort, am klaren Borne rastend,
Schaut hinauf zu grünen Wipfeln,
Die, vom Himmelsblau umwoben,
Über seinem Haupt sich wölben.

Leichtbeschwingte Elfengeister
Schweben emsig hin und wieder,
Wiegen sich auf schwankem Zweige,
Süße Liebesworte flüsternd,
Spinnend ihren Märchenzauber.

Brütend liegt die Mittagssonne,
Überm Blättermeer des Waldes,
Rastend liegt das Reh, das schlanke,
Tief im Dickicht still verborgen,
Und die Amsel flötet leise.

Abend wird’s, die Sonne scheidet;
Ihren letzten Glutpfeil wirft sie
Durch der Tannen hohe Wipfel,
Und der Dämm’rung grauer Schleier
Meldet schon das ernste Dunkel.

Fernher tönen Waldhornklänge,
Die im Echo sanft verhallen,
Und das Glöcklein der Kapelle
Ruft die Gläubigen zur Andacht; —
Tiefer Abendfriede waltet.

Und die Nacht mit ihrem Schweigen
Lagert über Tal und Hügel,
Nur der Mond erhellt die Pfade.
Heimwärts strebt der müde Wandrer,
Zu des Herdes trauter Flamme.

Tief im Schatten liegt das Forsthaus,
Einsam, still und traumverloren
Und umrauscht von Tannenwipfeln;
Nur der Giebel glänzt im Mondlicht,
Wo die Hirschgeweihe prangen.

Drinnen in der braunen Stube
Hängen stolze Jagdtrophäen,
Dort am Tische sitzt der Förster
Und erzählt dem fremden Gaste
Wundersame Abenteuer.

Wie er dort im Tannendickicht
Einst den weißen Hirsch erschaute,
Sicher ihn aufs Korn genommen,
Aber dennoch nichts getroffen,
Weil der Hirsch ein Truggebilde.

Wie er einst im Wald gewandert,
In Gedanken tief versunken,
Plötzlich eine Stimme hörte,
Welche laut ihn rief beim Namen,
Dass er fast erschrak darüber.

Aber dass trotz allem Suchen
Er den Rufer nicht erspähte
Und sein brauner Jagdhund, ängstlich
Sich an seine Füße schmiegend,
Jämmerlich hub an zu winseln.

Und noch mancherlei berichtet
Hier der Weidmann seinem Gaste,
Welcher ihm mit seinem Lächeln,
Aber doch geduldig zuhört,
Nebenbei sein Mahl verzehrend.

Endlich schweigt auch der Erzähler,
Gast und Hausherr, schlummermüde,
Suchen gern das weiche Lager,
Leise tickt die alte Wanduhr,
Schnarrend hebt sie aus zum Schlage.

Silbern blickt der Mond durchs Fenster,
Welche feierliche Stille!
Nur der Waldbach rauscht und plätschert;
Gute Nacht, du braunes Forsthaus,
Gute Nacht, du ...

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Schluft

Adolf Ey


Kuhgeläut und Tannenduft,
Brausendes Gewässer!
Vor dem Forsthaus in der Schluft
Saß ein Schulprofessor.
Gute Atzung, guter Wein!
Gar vergnüglich rieb er
Sich die Hände: 's ist doch fein
An der obern Sieber!

Leise wogten in dem Wind
Blaue Blumenglocken;
Vor ihm stand des Försters Kind
Mit den blonden Locken,
Und mit Märchen, gut und alt,
Ihr die Zeit vertrieb er,
Dachte bei sich: 's ist doch halt
Herrlich an der Sieber!

In der Sonne heißem Strahl
Und in bösen Wettern
Immer aus dem Schlufter Tal
Mußt' er aufwärts klettern.
Weithin sah er von den Höhn
In den Harz hinüber,
Und er jauchzte: 's ist doch schön
An der obern Sieber!

Als zur Heimfahrt in das Land
Sie die Pferde schirrten,
Reichte er betrübt die Hand
Seinen lieben Wirten.
Tim' und Feder zog er 'raus,
Und ins Stammbuch schrieb er:
Herrlich ist's im Försterhaus
An der obern Sieber!

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Adolf  Ey

Adolf Ey

Im Forsthause. - III.

Otto Weddigen


"So! bald ist der Forst gelichtet!
Und die Arbeit ist geschehn."
Spricht der Förster zum Gesellen —
"Laß indes uns Weitergehn.

"Weiter in der tiefen Waldung
Woll'n die Pflanzung wir betrachten;
Knechte sind derweile fertig —
Bursch! nun heißt's auf alles achten."

Wilhelm folgt dem Alten willig,
Seine Augen freudig blinken;
Und mit Eifer und mit Sorge
Lauscht er allen seinen Winken.

Aus dem Schatze der Erfahrung
Hebt der Förster an zu lehren,
Nennt bei Namen manches Pflänzlein
Und die Wirkung seiner Beeren.

"Das ist Nießwurz! das Gamander!
Das sind selt'ne Zauberkräuter!
Wirkung thun sie auf die Herzen."
Also spricht der Alte heiter.

Wilhelm hat das Wort betroffen,
Sieht das Pflänzlein an verstohlen;
Möchte wohl beim Mondenscheine
Sich solch' Zauberkräutlein holen.

Schnell verstreichen so die Stunden;
Hoch am Himmel steht die Sonne.
"Mittag naht, wir müssen wenden!"
Wilhelm lauscht dem Wort mit Wonne.

Förster schickt sich an Zur Heimkehr,
Bursch kann kaum die Zeit erwarten,
Wo er sie darf wiedersehen,
Die so sehnend seiner harrten.

Knechte längst ihr Werk vollbrachten,
Schwerbeladen sind die Wagen
Mit den starken Buchenstämmen,
Daß sie kaum die Lasten tragen.

Vorwärts! Vorwärts! rufen Stimmen,
Rechts und links die Peitschen knallen,
Und das Keuchen und das Fluchen
Hört man weithin widerhallen.

Schon von ferne winkt das Forsthaus,
Schimmern feine grüne Laden;
Täubchen schnäbeln ans dem Dache,
Küchlein sich im Sande baden.

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Otto  Weddigen

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