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Verwandte Gedichte

 Arnim, Klosterscheu 
 Kopisch, Der Schlüssel von Potsdam 

 

Klosterscheu

Achim von Arnim


Limpurger Cronik. »In selbiger Zeit (1359.) sang und pfifman
dieses Lied.«

Gott geb ihm ein verdorben Jahr,
Der mich macht zu einer Nonnen,
Und mir den schwarzen Mantel gab,
Den weißen Rock darunter,
Soll ich ein Nönnchen werden
Dann wider meinen Willen,
So will ich auch einem Knaben jung
Seinen Kummer stillen,
Und stillt er mir den meinen nicht,
So sollt es mich verdrießen.

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Der Schlüssel von Potsdam

August Kopisch


(Anno 1359)

Der Amtshauptmann will reiten
Landaus bei finstrer Nacht;
Da ist die Stadt verschlossen
Mit gutem Vorbedacht.

„In Potsdam liegt der Schlüssel
Beim Bürgermeister, lauf!
Er hat ihn unterm Kissen,
Er schläft bei Nacht darauf.“ —

„Holla! heraus den Schlüssel!
Der Amtshauptmann ist hier:
Er will zur Stadt ausreiten;
Schließ auf, schließ auf die Tür!’

„Den Bürgermeister darf ich
Nicht wecken bei der Nacht;
Drum schleichet still von bannen:
Er brummt, wenn er erwacht!“ —

„Geh, weck den Bürgermeister!
Lass andre Mal ihn ruhn!
Es hat der edle Hauptmann
Für Stadt und Land zu tun.’ -

„Den Bürgermeister darf ich
Erwecken keinerweis!
Ich trag zu ihm den Schlüssel
Am Abend hin mit Fleiß.“

„So werd’ ich selbst ihn wecken:
Herr Bürgermeister, schnell!
Ich muss den Schlüssel haben!
Den Schlüssel auf der Stell!’ -

Da wendt’ der Bürgermeister
Sich endlich um im Bett:
„Hat Zeit, bis an den Morgen,
Wenn auf die Sonne geht.“ —

„O hohl! Herr Bürgermeister,
Bleibt ruhig liegen hier:
Ich hab’ ihn schon gefunden
Und trag’ ihn nun mit mir!

Ihr kriegt ihn niemals wieder,
Darauf macht Euch gefasst;
Es nimmt der edle Kurfürst
Euch ab die schwere Last!’ —

Der Hauptmann kam zum Fürsten
Der sprach: „Ich geb’ dir Macht:
Du sollst den Schlüssel haben
Fortan, bei Tag und Nacht!

Ein Bürgermeister soll nicht
So lieben Schlaf und Ruh!
Und, weckt man ihn, nicht brummen
Und keifen noch dazu!“

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