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 Autoren. Lose Sammlung, Das Tröpfchen, von Andreas Marquardt 
 Lermontow, Tamara 

 

Das Tröpfchen, von Andreas Marquardt

Autoren. Lose Sammlung


Wenn oben weint das Himmelszelt,
Ein Tröpfchen auf die Erde fällt.
Es rinnt entlang das hart Gestein,
Doch find kein Plätzchen um zu sein.

Ein zweites Tröpfchen fällt herab,
Es landet unweit auf nem Blatt,
sieht's erste Tröpfchen, das Schönste von Allen,
Es ist hin und weg, dem And'ren verfallen.

Der Himmel wird klarer, die Sonne steigt auf,
So nimmt plötzlich tragische Wende den Lauf.
Das Tröpfchen verdunstet, oh weh, es wird heiß,
es will zu dem Ander'n, egal um welch' Preis.

Es reckt sich und streckt sich, die Liebe es treibt,
das andere Tröpfchen vor Sehnsucht sich neigt.
Und da es passiert, das Blatt senkt sich ab,
Das kämpfende Tröpfchen rollt endlich hinab.

Auf's andere trifft es und dringt in es ein,
Symbiose; sie können nun endlich eins sein.
Egal was auch kommt, sie bestehen's vereint,
Bezwingen selbst Strömung, den hiesigen Feind.

In Ewigkeit fließen sie ins weite Meer,
Tamara mein Tröpfchen, ich lieb' dich so sehr!

(C) Andreas Marquardt (geboren 1982)

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Tamara

Michail Jurjewitsch Lermontow


Darijel's Bergschlucht, wo tiefer
Der Terek herabstürzt im Sturm,
Stand hoch auf dem Felsen von Schiefer
Ein alter, zerfallener Thurm.

Tamara, die Königin, schaltet'
Im Thurme, haust' schrecklich darin —
Schön war sie, wie Engel, gestaltet,
Doch böse, wie Teufel, von Sinn.

Weithin durch das nächtliche Dunkel
Ein Feuer dom Thurme erblinkt,
Und lockend mit Hellem Gefunkel
Den Pilger zur Nachtruhe winkt.

Und schnell war in Liebe gefangen
Wer der Königin Stimme gehört,
Wild schwoll ihm die Brust vor Verlangen,
Er war wie bezaubert, bethört.

Bethört lieh dem Klang ihrer Worte
Hirt, Kaufmann und Krieger das Ohr,
Es öffnet am Thurm sich die Pforte,
Ein schwarzer Eunuch tritt hervor.

Geschmückt wie zu glänzendem Feste,
Auf üppigem Lager, allein,
Die Königin harrt ihrer Gäste,
Vor ihr stehen Krüge mit Wein...

Geflüster, Gekicher, Gestöhne,
Ein Pressen von Mund an Mund —
Gar seltsam unheimliche Töne
Die Nacht hindurch gaben sich kund: —

Als wären viel Männer und Frauen
Versammelt zur Hochzeit im Haus —
Und faßt sie beim Jubel ein Grauen:
Es ward ein Begräbniß daraus...

Doch plötzlich der seltsame Reigen
Der Stimmen im Thurme zerstob,
Nacht herrschte darinnen und Schweigen,
Sobald sich der Morgen erhob.

Da heimlich zum Strom eine Leiche
Trug man aus dem Thurme herbei...
Zum Fenster hoch schwebt eine bleiche
Gestalt her und flüstert: »Verzeih!«

Und stammten die Augen wie Sonnen,
Und klang jene Stimme so süß,
Als ob sie des Wiedersehns Wonnen,
Alle Wonnen der Liebe verhieß...

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