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Verwandte Gedichte |  Petzold, Wir Wachenden.
 Rellstab, Hirtenlied
 Rodenberg, Der Tag im Gebirge - IV.
 Busse, Liebessommer
| | |  | |  | HirtenliedLudwig Rellstab Hier oben, auf einsamen Höhen,
Umflossen von Himmelsblau,
von saüselnder Lüfte Wehen,
Hier ruh'ich auf blumiger Au:
Rings lagern die Lämmer im Grünen,
Es tönet der Klang der Schalmei,
Von glänzender Sonne beschienen,
Zieh'n wandernde Vögel vorbei!
Ihr flieget hinaus in die Ferne,
Weit in die unendliche Welt!
Ich weile hier oben so gerne,
Nah'unter dem blauen Gezelt!
Von den Menschen dort unten geschieden,
Von Sorgen und Unmut und Schmerz,
Erfüllt sich mit seligem Frieden
Hir oben das ruhige Herz!
So web sich aus seligen Tagen,
Still gleitend der Lebenslauf,
Die stürmischen Wellen, sie schlagen
Nicht bis hier oben hinauf!
Fromm weidet die silberne Herde
Im grünen, blumigen Land,
Verworrenes Trübsal der Erde
Berührt nicht den heiligen Strand!
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Ludwig Rellstab
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|  | Der Tag im Gebirge - IV.Julius Rodenberg IV. Hirtenlied
Im Waldthal bei den Anden
Könnt ihr die Hirten finden,
Da liegen sie bei Sonnenschein,
Da liegen sie und blasen;
Die Heerde geht im Rasen
Und läutet mit dem Glöckchen fein.
O Hirtenleben
Du schönes Leben, —
Kein Fürst kann froher sein!
Mit seiner Herde schreiten,
Das war in alten Zeiten
Wol gar ein königlicher Brauch!
Saul war doch nur ein Hirte,
Der in der Wüste irrte,
Und König David war es auch.
O Hirtenleben,
Du schönes Leben,
Bei freier Wälder Hauch!
Am Tag sind wir alleine,
Doch nachts beim Sternenscheine
Dann knistert es im Wald und rauscht
Dann kommen unsre Frauen,
Kein Auge mag uns schauen,
Da ist kein Ohr, das uns belauscht.
O Hirtenleben,
Du schönes Leben,
Wer ist, der dich vertauscht!
Nun ist es stille, stille —
Im Grase zirpt die Grille,
Im Laub ein Taubenpärchen girrt.
Und über dieser Aue
Da wohnt im stillen Blaue
Der unser Aller Stab und Hirt.
O Hirtenleben,
Du schönes Leben,
Da man so selig wird!
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Julius Rodenberg
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|  | LiebessommerCarl Busse Ich wirble jauchzend meinen Hut
Hoch in die Luft, die schattenlose,
Der Sommer rollt in meinem Blut,
Und mich berauscht die junge Rose
Und mich berauscht ein Angesicht -
Aus meiner Brust, der übervollen,
Ist es wie weißes Sonnenlicht
Hinaus in alle Welt gequollen.
Es treibt in meiner jungen Brust
Wie Knospen in den Gärten treiben,
Der Falter junger Liebeslust
Pocht sehnend an die Fensterscheiben.
Die Sonne webt wie goldnes Haar,
Der Flieder winkt wie Frauenbrüste,
Mir ist so wild und wunderbar,
Als ob ich küssend sterben müßte.
Der Westwind wiegt sich überm Ried
Und beugt die Gräser kaum im Schreiten,
Es dringt ein weiches Hirtenlied
Fernher aus lichtdurchträumten Weiten.
Nun jubel' hell, du Glückspoet,
Du lerchenfroher, weltenfrommer,
Ein heißer Kuß sei dein Gebet
In diesem vollen Liebessommer.
Vom Parke seh ich ein Gewand
Sich zwischen dunklen Zweigen wiegen
Und eine schlanke Mädchenhand
Das Laubwerk auseinanderbiegen.
Am Wege neigt sich golden-weiß
Das Blütenhaupt der Scabiose,
Der Park so still - nun düfte heiß
Nun küsse mich, du junge Rose!
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