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Verwandte Gedichte

 Prutz, Weihnacht 
 Ettlin, Mein Engel 
 Rilke, Tränen, Tränen, die aus mir brechen 
 Barbara Müller, Der Fluss der Tränen 

 

Weihnacht

Robert Eduard Prutz


Wie sonst zu frohem Weihnachtsfeste
Das Haus von Lichtern sich erhellt,
Da tönt Gesang, da jubeln Gäste,
Da jauchzt die sel'ge Kinderwelt;
Die Kinderwelt, die, gleich den Dichtern,
Den Himmel noch im Herzen führt
Und noch an Tand und bunten Lichtern
Ein köstliches Behagen spürt.

Heut' du und ich im dunkeln Hause,
Kein Dritter soll uns nahe sein –
Heut' du und ich in stiller Klause,
Von allen wir, wir ganz allein!
Die sonst mit mir dies Fest begangen,
Sie sind nicht da, sind weit von hier,
Dich halt' ich, meine Braut, umfangen,
Mein Alles dich – nichts fehlet mir.

Laß flammen denn die Weihnachtskerzen!
So golden flammt die Sonne kaum,
Als stolz und froh in unsern Herzen
Der Liebe goldner Weihnachtsbaum!
Und wie sonst Naschwerk, bunte Nüsse
Man von des Baumes Zweigen pflückt,
So haben Blicke, haben Küsse
Uns unsern Weihnachtsbaum geschmückt.

Nur du und ich! O laß sie glühen,
Die Kerzen nicht, die Herzen auch
Laß flammen, glühen und zersprühen,
Das ist der Liebe Festgebrauch!
Nur du und ich! In unsre Mitte
Nie dränge sich ein fremder Fuß,
Stets zwischen dir und mir der Dritte
Sei unsrer Liebe Genius!

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Robert Eduard Prutz

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Mein Engel

Georges Ettlin


Aus allen fernen Himmeln
schöner Engel
bis Du

allein

zu
mir
ans
Grab
gekommen
und hast geweint mir

Tränen, Tränen, Tränen

aus
Citrin
Aquamarin
Bernstein und Rubinen
Tränen aus dem schwarzen Hämatit
und aus tausend kleinen Diamanten !

***

c/G.E.

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Georges Ettlin

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Tränen, Tränen, die aus mir brechen

Rainer Maria Rilke


Tränen, Tränen, die aus mir brechen,
Mein Tod, Mohr, Träger
meines Herzens, halte mich schräger,
daß sie abfließen. Ich will sprechen

Schwarzer, riesiger Herzhalter.
Wenn ich auch spräche,
glaubst du denn, dass das Schweigen bräche?

Wiege mich, Alter.

Paris, Spätherbst 1913

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Der Fluss der Tränen

Barbara Müller


Im Fluss der Tränen
versank
das Bild
der hoffnungsschimmernden Farben

Im Fluss der Tränen
versank
der Traum
von gold getränktem Glück

Der Fluss der Tränen
umspült
das Leben
der rot gefärbten Narben

Die grau zerfetzte Seele
verloren bleibt zurück

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