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 Sylva, Gruß 
 Bechstein, Am Rhein 
 Herwegh, Rheinweinlied 
 Kempner, Am Rhein 

 

Gruß

Carmen Sylva


Von der Mainzer Brücke

Hurrah der Rhein! Mein alter Rhein!
Gott grüß dich! Lebst du noch?
Wir dürfen ja beisammen sein.
Nicht wahr, das freut dich doch?

Schau nur: die Thräne fließt zu Thal,
Der Mund, der lacht dazu;
Gelt? in der Fluth den Sonnenstrahl,
So weinst und lachst auch du!

Mir ist's, als wär ich deine Braut,
Das Lieb, das du vergißt,
Als hätt ich eben dich erschaut,
Wie schön und jung du bist!

Sie sagen: Nimm dich sehr in Acht,
Der Rhein ward herb und wild!
Das ist nicht wahr, mein Freund, der lacht,
Der lacht noch, wenn er schilt!

Rhein! O Rhein! Du Götterfluß,
Laß mich hinab zu dir!
Rhein! O Rhein! Du Märchengruß!
Komm, rausch empor zu mir!

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Carmen Sylva

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Am Rhein

Ludwig Bechstein


1.

O Strom, wie ziehst du
Vorüber mir!
So eilend fliehst du,
Und bleibst doch hier.
So still gebettet
So wunderbar,
So sanft geglättet
Und spiegelklar.

Der Himmel sinket
In dich hinein,
Der Himmel winket
Aus dir, o Rhein!
Er flammt so prächtig
In deinem Schooß,
Darum so mächtig
Bist du, so groß.

O Strom, ich blicke
Auf dich, auf dich,
Fast von der Brücke
Verlockst du mich.

Ein Meer von Funken
In Rosengluth!
Fast zieht michs trunken
In deine Fluth.

2.

Fischlein, Fischlein im Rhein,
Spielen im Sonnenschein,
Scherzen so wohlgemuth
Still in der grünen Fluth;
Fischlein im Rhein.

Fischlein, Fischlein im Rhein,
Könnt ich wie ihr doch sein
Sorgenlos, kummerlos,
Selig im Wellenschoos,
Fischlein im Rhein!

Fischlein, Fischlein im Rhein,
Einsam wand'r ich, allein.
Lebt wohl, muß weiter gehn,
Werd' euch nie wiedersehn,
Fischlein am Rhein!

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Ludwig Bechstein

Ludwig Bechstein




Rheinweinlied

Georg Herwegh


Oktober 1840

Wo solch ein Feuer noch gedeiht,
Und solch ein Wein noch Flammen speit,
Da lassen wir in Ewigkeit
Uns nimmermehr vertreiben.
Stoßt an! Stoßt an! Der Rhein,
Und wär's nur um den Wein,
Der Rhein soll deutsch verbleiben.

Herab die Büchsen von der Wand,
Die alten Schläger in die Hand,
Sobald der Feind dem welschen Land
Den Rhein will einverleiben!
Haut, Brüder, mutig drein!
Der alte Vater Rhein,
Der Rhein soll deutsch verbleiben.

Das Recht' und Link, das Link' und Recht',
Wie klingt es falsch, wie klingt es schlecht!
Kein Tropfen soll, ein feiger Knecht,
Des Franzmanns Mühle treiben.
Stoßt an! Stoßt an! Der Rhein,
Und wär's nur um den Wein,
Der Rhein soll deutsch verbleiben.

Der ist sein Rebenblut nicht wert,
Das deutsche Weib, den deutschen Herd,
Der nicht auch freudig schwingt sein Schwert,
Die Feinde aufzureiben.
Frisch in die Schlacht hinein!
Hinein für unsern Rhein!
Der Rhein soll deutsch verbleiben.

O edler Saft, o lauter Gold,
Du bist kein ekler Sklavensold!
Und wenn ihr Franken kommen wollt,
So laßt vorher euch schreiben:
Hurra! Hurra! Der Rhein,
Und wär's nur um den Wein,
Der Rhein soll deutsch verbleiben.

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Georg Herwegh

Georg Herwegh

Am Rhein

Friederike Kempner


Auf Bergeshöh’
Den Pfad entlang,
Auf off’ner See
Beim Harfenklang.

Im Frührotschein,
Bei blauer Luft,
Am Rhein, am Rhein
Beim Blumenduft.

Im Himmelsraum
Den Vögelschwarm,
Im Hirn den Traum,
Ganz sonder Harm.

Im Abendrot
Das Tal hinab,
Und dann, dann tot,
Allein im Grab.

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Friederike Kempner

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