Gedichte: Arnim  Busch  Eichendorff  Goethe  Heine  Heym  Lessing  Morgenstern  Rilke  Ringelnatz  Rückert 

Gedichte


Gedichte » Sidonia Hedwig Zäunemann » Andächtige Weihnachts-Gedanken


GEDICHTE
Neue Gedichte
Selten gelesen
Gedicht finden
Themen & Zeiten
Zufallsgedicht
Dichtergalerie
REDAKTION
Gästebuch
Gedicht des Tages
Veröffentlichen
Häufige Fragen
Kontakt
Impressum
WISSEN
Fachtermini

  
 

Andächtige Weihnachts-Gedanken

Willkommen allerliebstes Kind
Du Herr der Potentaten!
O Glück! daß man dich jetzo findt.
Wo bist du hingeraten?
Du kömmst auf dieses Jammertal,
Verlässt den schönen Himmels-Saal,
Erwählst der Menschen Orden,
Und bist ein Kind geworden!

Jedoch ich wundre mich nicht mehr
Dass du den Thron verlassen,
Dass du die allergrößte Ehr,
Auf eine Zeit willst hassen,
Herr, deine Liebe hats gemacht,
Die hat dich auf die Welt gebracht,
Uns dadurch von den Ketten
Der Finsternis zu retten.

Allein, o Herr der ganzen Welt
Und aller Herrlichkeiten!
Wie hast du dich so sehr verstellt,
Legst allen Pracht zur Seiten;
Nimmst einen Stall zur Wohnung ein,
Wo Ochsen und wo Esel sein,
Du wilst anstatt der Wiegen,
In einer Krippe liegen.

Um meinetwillen bist du arm,
Und sehr gering erschienen;
Doch deine Kälte macht mich warm,
Du kömmst, nun mir zu dienen.
Dein Elend machet mich recht groß,
Erwirbet mir des Vaters Schoß:
Weil deine Niedrigkeiten,
Mir lauter Glück bereiten.

Wie? soll das Stroh dein Lager sein?
Lass dir den Tausch belieben,
Komm nimm davor mein Herze ein,
Ich hab es dir verschrieben.
Ach! schenke mir dein Angesicht,
Zieh ein, verschmäh mein Bitten nicht,
Bleib doch nicht draußen stehen;
Ich muß dich bei mir sehen.

Der Glaube soll die Windel sein,
Darein will ich dich winden,
Es soll der böse Heuchel-Schein
Sich nicht mit mir verbinden.
Nimm an mein Herz, bereit es zu,
ssAuf daß du deine sanfte Ruh
Darinnen mögest halten,
Und nur nach Willen schalten.

O Jesu! allerliebstes Kind,
Erhör mein herzlich Beten,
Gib, daß ich Gnade vor dir find,
Dein Geist wird mich vertreten.
Erhöre doch mein heises Flehn,
Und lass es alsobald geschehn,
So hab ich, was mir nützet,
Und vor den Tod beschützet.

Sidonia Hedwig Zäunemann

  
  
  

Sidonia Hedwig Zäunemann   

Sidonia Hedwig Zäunemann


   


 Nächster Text von Zäunemann
   Gefällt Ihnen das Gedicht von Zäunemann?   
  Weniger   Gut      Sehr gut   Ausgezeichnet     
 

 
   Weihnachts-Gedichte, die Sie interessieren könnten ⇒ Übersicht  
  Dauthendey: Wenn doch die Gedanken mir die Liebste brächten 
  Kurowski: DIE ADLER 
  Mahler: Die Gedanken sind frei Favorit unserer LeserFavorit unserer LeserFavorit unserer Leser
  Holtei: Mach den Kindern eine Weihnachts-Freude 
  Ettlin: Wiederkehr 


Gedichtsuche

  Nur im Titel suchen    
 




Konzept, Gestaltung und Inhalt: © Chr. Ritter - Die Deutsche Gedichte-Bibliothek