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Gedichte » Gottlieb Konrad Pfeffel » Das Mögliche und Unmögliche


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Das Mögliche und Unmögliche

Ein Busenfreund des Gotts der Reben
Hat das Zechen aufgegeben.
  Das kann nicht sein!
O ja! denn in dem Augenblicke
Kommt man von seinem Grab zurücke.
  So räum ichs ein.

Der stolze Ritter Curt vom Lande
Freit Lieschen aus dem Bürgerstande.
  Das kann nicht sein!
Die Braut hat sechzigtausend Gulden,
Damit bezahlt er seine Schulden.
  So räum ichs ein.

Des Klärchens Mann starb hochbetagt,
Das junge Weibchen weint und klagt.
  Das kann nicht sein!
Das Witwenjahr! das ist der Knoten,
Nur das beweint sie, nicht den Toten.
  So räum ichs ein.

Chrysant, der nur auf Wucher denket,
Hat heut ein armes Weib beschenket.
  Das kann nicht sein!
Er tats, damit sie beten solle,
Daß Gott sein Geld vermehren wolle.
  So räum ichs ein.

Balbs Meisterwerk von dreizehn Bänden
Ist nun in aller Menschen Händen.
  Das kann nicht sein!
Man kriegt es von den Trödeljuden
Und in den Käs- und Heringsbuden.
  So räum ichs ein.

Gottlieb Konrad Pfeffel, 1754





Gottlieb Konrad Pfeffel

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