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In Wind und Wald

Gedicht von Karl Mayer

Wie? ist’s nicht Wind und Wald zu gönnen,
Dass sie einander rufen können?
Nur seelenlos und ohne Sinn
Stürb‘ ihre Wechselstimme hin?
Spricht Gott vielleicht in diesem Rauschen,
Sich ewig selbst nur zu belauschen?

O Gottheit, die in diesem Sausen
Des Forsts die Seele will umbrausen,
Sei immer dieses Ich verwischt,
Wenn nur in’s große All gemischt!
In solchem Laut mit hinzusterben,
Ach, ist’s nicht seliges Verderben?

Doch dieses Ich, es bleibt gerettet,
Ruht ewig sicher eingebettet.
Wie aber diesseits meinen Geist
Ein Traum oft in das All entreißt.

So wird‘ ich auch in ew’gen Räumen
Noch oft in’s All hinüberträumen.

Karl Mayer, 1840
Aus der Sammlung Gott und Natur

  
  
  

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