Gedichte: Arnim  Busch  Eichendorff  Goethe  Heine  Heym  Lessing  Morgenstern  Rilke  Ringelnatz  Rückert 

Gedichte


Gedichte » Franz von Kobell » Der Förschter und der Jagabua.


GEDICHTE
Neue Gedichte
Selten gelesen
Gedicht finden
Themen & Zeiten
Zufallsgedicht
Dichtergalerie
REDAKTION
Gästebuch
Gedicht des Tages
Veröffentlichen
Häufige Fragen
Kontakt
Impressum
WISSEN
Fachtermini

  
 

Der Förschter und der Jagabua.

Gedicht von Franz von Kobell

Was soll i thoa, hat g'sagt der Bua
Zun Förschter zu sein Herrn, –
Dessell' is gwest an' alter Mo',
Brummt: Werscht es inna wer'n:
»Jetz gehst amal auf's Mös'l 'naus,
»Da hat's a scheeni Lack',
»Es stenga dir viel Ant'n auf:
»Du feihst den ganz'n Pack,
»Denn i mag sag'n, was i will,
»Du laßt da' do' nit Zeit,
»D'rum blenk'lst aa in Nebi 'rum,
»So geht's di junga Leut.
»D'rauf lad'st und gehst 'n Hölzl zua,
»Da liegt a junger Has,
»Nett auf'n Spitz, hart an da Gruab,
»Da duckt er si' in's Gras,
»Auf siebn Schritt, da steht er auf,
»I woaß scho, was 's bideut',
»Du schieß'st a Loch in Bod'n 'nei',
»So geht's di junga Leut.
»Jetz' draahst dei Stutz'nläufi auf
»Und gehst in groß'n Schlag,
»Da thuat si' gern a Rechbock um,
»Kimmt no' bei'n hell'n Tag,
»Du setzst di' hi' zu'n Felberbaam,
»Er kimmt da' gar nit weit,
»Wann's g'schnellt hat, hast 'n wieder gfeiht,
»So geht's di junga Leut.
»Ade, um neuni bist dahoam. –«
Da geht da' Bua davo',
Ganz fuchti über selles G'red
Und über den alt'n Mo'.
Und wie er so verdrießli geht,
Da steht am Weg a Haus,
Da schaugt a Diendl jung und frisch
Am Thor bei'n Tenna 'raus,
Die rueft ihm zu: »woaus so g'schwind,
»Wie? kehr' a bis'l ei';«
Der Bua laßt's ihm nit zwoamal sag'n
Und geht in d'Tenna 'nei'.
»Wie?« sagts', »geh', hilf ma mit mein Flachs
»Und brich a bis'l mit.«
»»Ja wannst mar a Paar Bußei'n geist,««
Und sie verredt ihm's nit.
Da bricht er Flachs und scherzt mit ihr,
So is a junger Bua,
Und wie'r er von sein Herrn verzählt,
So lachen's ihna gnua.
Und über selles Zeug und Gschpiel,
Da geht die Zeit g'schwind um
Und wie's um's Dunkeiwerd'n gwest,
So kehrt er wieder um
Und thuat ganz ärgerli dahoam.
»Was is's jetz, gront der oa',
»Wo is dei' Ant' und Has' und Bock,
»Kimmst ebba gar alloa?«
»»Meinoad, Ees müeßt's, hat g'sagt da Bua,
»»A Hexnmoaster sey',
»»Daß's All's a so derrathn kinnt's
»»Und nett trifft's allzeit ei'.««
Da lacht' der Alt, 'hat's nit oft 'tho',
Dees aber hat'n g'freut, –
An Buabn aa' scho', schau so geht's
An diem die alt'n Leut'!

Franz von Kobell

  
  
  

Franz von Kobell   

Franz von Kobell


   


Vorheriges Gedicht von Kobell Nächster Text von Kobell
   Gefällt Ihnen das Gedicht von Kobell?   ⇒ Kommentar/Rezension
  Weniger   Gut      Sehr gut   Ausgezeichnet     
 

 
   Gedichte, die Sie interessieren könnten ⇒ Übersicht  
19. Jahrhundert  • Kobell: Die übergossn’ Alm. 
19. Jahrhundert  • Kobell: Der Auerho’. 
19. Jahrhundert  • Kobell: Der Bua vo’ Wimbach. 
19. Jahrhundert  • Kobell: Der Gebirgs-Jager a’m Anstand. 
19. Jahrhundert  • Kobell: Der bsunderni Baam. 


Gedichtsuche

  Nur im Titel suchen    
 




Konzept, Gestaltung und Inhalt: © Chr. Ritter - Die Deutsche Gedichte-Bibliothek