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An den deutschen Wald

Ich hab in vielen Landen
Der weiten Welt gestanden.
Auf leichtbeschwingten Schritten
Durchflog Europas Mitten
Der wanderfrohe Fuss.
Ich sah Italiens Sonne,
Des hellen Hellas Wonne.
Ans Meer bin ich geflohen
- Doch gilt vor allem Hohen
Dem deutschen Wald mein Gruss.

Dem tiefen deutschen Walde
Auf hoher Bergeshalde,
Den Buchen und den Eichen
Kann sich auch nichts vergleichen,
Kein Fels, kein Firn, kein Fluss.

Das alles mag erheben,
Doch will sich deutsches Leben
Nur an den Wald gewöhnen:
Drum gilt vor allem Schönen
Dem deutschen Wald mein Gruss.

Im stillen Wälderträumen
Muss wildes Weh verschäumen.
Im frommen Waldgeniessen
Darf ich die Augen schliessen
Zu höchstem Hochgenuss.
Dass wir in Andacht neigen
Das Herz, lehrt Waldesschweigen;
Ja, dass ich Hände falte,
Lernt ich zuerst im Walde:
Dem Wald des Deutschen Gruss!

Karl Ernst Knodt
Aus der Sammlung Wald

  
  
  

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