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An meinen Freund Gurlitt

Ich dachte dein, als ich die Herrlichkeiten
  Der Steiermark vom Berg herab erblickte
  Und im Empfindungswirbel fast erstickte,
Weil mir die Kraft gebrach, ihn abzuleiten.

Denn wer, wie du, in nebelhafte Weiten
  Den Künstlerblick so oft schon siegreich schickte
  Und sicher war, daß keine ihn verstrickte,
Vermag auch dort mit der Natur zu streiten.

Zwar werde ich dir nie die Hand mißgönnen,
  Doch könnt’ ich dir das Auge fast beneiden,
    Vor dem des Chaos Formen nicht bestehen.

Ich möchte Bilder schaun, nicht machen können,
  Und bloß, um nichts vom Häßlichen zu leiden,
    Denn niemals hat’s der Maler noch gesehen.

Friedrich Hebbel





Friedrich Hebbel

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