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An eine Römerin

Ich hab’ als Kind gespielt im fernen Norden,
  Dann bin ich weit und breit herumgekommen
  Und habe schon das dritte Meer durchschwommen,
Nun ruh’ ich aus an seinen Blüten-Borden.

Dir ist ein schlichtes Mädchenlos geworden,
  Wie eine Blume bist du still erglommen,
  Dann hat, wie die der Strauß, dich aufgenommen
Als frischen Schmuck der fromme Jungfraun-Orden.

Nun gehn wir beide Hand in Hand zusammen,
  Wie Gärtnerin und Schiffer treulich wallen,
    Im kühlen Schatten dicht verschungner Äste;

Ich spreche dir von Sturm und Meeresflammen
  Und schmücke dich mit Perlen und Korallen,
    Du pflückst mir still der Goldorangen beste.

Friedrich Hebbel





Friedrich Hebbel

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